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Datenaufnahme in Altdorf

6. Dezember 2010

Die Ist-Zustand-Dokumentation für das Geothermie-Projekt in der der Marktgemeinde Altdorf bei Landshut ist knapp zur Hälfte abgeschlossen.

Die Dokumentation betrifft die einzelnen Gebäude Altdorfs selbst und die derzeitige Heizung und Energiesituation. Bei dem etwa 30- bis 45-minütigen Gesprächen werden die vorhandene Heizanlage, die Warmwasserbereitung sowie die Heizungsdaten festgehalten. Die bisher befragten Bürger haben ein Anschlussinteresse an die Geothermie von über 90 Prozent.  

Für Anfang 2011 ist geplant, Aussagen bezüglich der Wärmepreise und des Tarifsystem machen zu können. In einer Vorstudie ergaben sich 63 bis 65 Euro pro MWh. Der günstigste Wärmeverkaufspreis sei mit einer dezentralen Nachheizung zu erzielen, so Simon Berger auf der Sitzung des Marktgemeinderates Ende September. Zur generellen finanziellen Beteiligung der Bürger an dem Projekt führte Simon Berger aus, dass dies sicher sinnvoll wäre. Er zeigte ein Modell auf, bei dem jeder Nutzer die Chance erhält, sich durch Einkauf der Wärme im Vorfeld des Projekts einen Rabatt auf den Wärmepreis zu sichern. Dies würde bedeuten, die Bürger kaufen schon jetzt Wärme – sind also gewissermaßen Kreditgeber – für mehrere Jahre im Voraus und bekommen dann die Wärme dadurch weitaus billiger.

Das Geothermie-Projekt Altdorf plant einen Hotspot im Untergrund zu nutzen, um 65 bis 70 Grad warmes Wasser zu fördern. Im Bereich des Landshuter Halbgrabens und der Wasserburger Senke sollen nordwestlich der Isar die Bohrungen abgeteuft werden. Die Thermalwasser-führenden Schichten liegen in Tiefen von 400 bis 800 Meter. Bereits 2008 wurden Pumptests an der schon bestehenden Förderbohrung durchgeführt, die ergaben, das ausreichend Thermalwasser zur Verfügung steht, um Altdorf zu versorgen. Die Förderbohrung geht bis eine Tiefe von 796 Meter und war 1999/2000 als Forschungsbohrung niedergebracht worden. Sie erreichte den Malm in nahezu unreduzierter Mächtigkeit von ca. 400 Metern. Nach Erreichen der Endteufe wurde eine Temperatur von 71 Grad Celsius gemessen – eine bemerkenswerte geothermische Anomalie. Überlegungen zufolge ist die Reinjektionsbohrung in der Nähe von Gärtnereien oder eines Thermalbades sinnvoll, um vor der Reinjektion das zurücklaufende, abgekühlte Thermalwasser nochmals zu nutzen. Die Gesamtkosten der Geothermie-Anlage wird auf mehr als 20 Millionen Euro geschätzt. Durch Verwirklichung des Geothermie-Projektes und des dazugehörigen Fernwärmenetzes könnten pro Jahr 3 Millionen Euro Brennstoffkosten für Gas und Öl eingespart werden. (va)    

Quelle: www.idowa.de, www.springerlink.com, www.markt-altdorf.de, www.ibhr.de

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