EVN AG startet groß angelegte Untergrund-Exploration

08.09.2026 | Exploration | Christina Oriwol
Messfahrzeuge während einer Seismik-Messung

Die EVN AG erkundet in den kommenden Monaten den Untergrund im südlichen Wiener Becken, um zu klären, ob sich Wärme aus der Tiefengeothermie für die regionale Wärmeversorgung nutzen lässt. Mit einer Seismik-Messung soll das Erdwärmepotenzial für bis zu 3.000 Haushalte bis 2035 geprüft werden. 

Das Messgebiet der Seismik-Messung umfasst mehr als 330 Kilometer und über 60 Gemeinden im Industrieviertel. Die Messungen finden überwiegend tagsüber sowie in den Herbst- und Wintermonaten statt. Ein Messpunkt wird nur rund eine Minute dauern. Das Geräuschniveau liegt laut EVN im Bereich einer Straßenwalze oder einer vorbeifahrenden Straßenbahn.

Zwei Anlagen in Planung

Die EVN sieht in der Tiefengeothermie eine wichtigen Baustein zu bestehenden erneuerbaren Wärmequellen wie Biomasse und Großwärmepumpen, da Erdwärme unabhängig von Wetter und Jahreszeit rund um die Uhr verfügbar ist. Bis 2035 sollen zwei Geothermieanlagen in bestehende Wärmenetze einspeisen und 20.000 bis 30.000 Haushalte mit Wärme versorgen.

Heißes Tiefenwasser 

In Teilen Niederösterreichs existieren in mehr als 3.000 Metern Tiefe natürliche heiße Tiefenwasserreservoirs mit Temperaturen bis zu 100 Grad. Bei der Tiefengeothermie wird dieses Wasser über eine Bohrung an die Oberfläche gefördert, die Wärme über einen Wärmetauscher entnommen und das abgekühlte Wasser über eine zweite Bohrung in einem geschlossenen Kreislauf wieder in die Tiefe zurückgeleitet. 

Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger

Die Messkampagne wird begleitet von Informationsfoldern, Mailings und drei regionalen Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung in Oberwaltersdorf (22.09.), Wiener Neustadt (02.10.) und Wiener Neudorf (08.10.). Weitere Informationen stellt die EVN auf ihrer Webseite zur Verfügung.

 
 
 
 


 

Quelle:

EVN AG 

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