Geothermie als Lösung für Saarlands Fernwärmenetze?

08.01.2024 | Enerchange

Die Wärmeversorgung im Saarland wird in den kommenden Jahren auf erneuerbare Energiequellen umgestellt werden müssen. Zwar bestehen in Ballungsräumen wie Saarbrücken oder Saar bereits Fernwärmenetze, die 11.000 bzw. 13.500 Kund:innen versorgen, jedoch kommen als primäre Energieträger weiterhin Erdgas, Steinkohle und Heizöl zum Einsatz. Bei einem Treffen der IHK Saar wurden nun auch die Chancen der Geothermie im Bundesland thematisiert.

Neben Sachsen-Anhalt ist das Saarland das einzige deutsche Bundesland ohne eine bestehende mitteltiefe oder tiefe Geothermieanlage. Während einzelne Betriebe und Haushalte bereits oberflächennahe Geothermie nutzen – und das Saarland diese Ambitionen mit seiner Teilnahme am neu ins Leben gerufenen WärmeGut-Projekts weiter unterstützen möchte – bestehen für tiefere Bohrungen noch weitere Unsicherheiten.

Laut Daten des Leibniz-Instituts für angewandte Geophysik (LIAG) sei das Saarland grundsätzlich weniger prädestiniert für die mitteltiefe und tiefe Geothermie. Ausnahmen könnten um Nohfelden, Homburg und St. Ingbert zu finden sein. Neben neuen hydrothermalen Tiefbohrungen böte auch das Grubenwasser etwa aus der früheren Grube Camphausen, Potenziale für die Wärmegewinnung. Insgesamt 18 bis 22 Millionen Kubikmeter warmes Grubenwasser könnten im Saarland als Energiequelle erschlossen werden.

Neben weiteren nachhaltigen Energiequellen könnte die Geothermie in die Fernwärmenetze des Landes eingespeist werden. Kunden dieser Netze verzeichneten im vergangenen Jahr 2023 große Schwankungen im Fernwärmepreis, welche unter anderem auf die Turbulenzen in den internationalen Brennstoffmärkten zurückzuführen waren.

 

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