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Programm der 9. Internationalen Geothermiekonferenz mit breitem Themenspektrum und neuen Angeboten

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03 | 2013

Praxisrelevant, international ausgerichtet und fundiert – so lässt sich das Programm der 9. Internationalen Geothermiekonferenz, die Mitte Mai in Freiburg stattfindet, in wenigen Worten zusammenfassen.

Die Konferenz bietet mit über 50 Referenten einmal mehr ein breites Spektrum von Themen zur Nutzung tiefengeothermischer Energie - und dank des attraktiven Rahmenprogramms ideale Möglichkeiten für das Networking. Das Bundes- umweltministerium hat erneut die Schirmherrschaft übernommen, als Goldsponsoren konnten bis jetzt die Unternehmen Baker Hughes und Cryostar gewonnen werden.

Praxisrelevante Informationen bietet am ersten Konferenztag zum Beispiel der Short Course „Kraftwerksbau – Herausforderungen & Lösungen“. Hier wird es um die Bewertung von innovativen Kraftwerkskonzepten gehen, ebenso wie um die Frage, auf welcher Grundlage Arbeitsfluide in Kraftwerken ausgewählt werden sollten. Nicht zu kurz kommen zudem die Erfahrungen von Projektbetreibern bei der Inbetriebnahme von Kraftwerken – Thomas Jahrfeld von renerco plan consult beispielsweise berichtet über „Stolpersteine auf dem Weg zur ersten Kilowattstunde.“

Der Nachmittag wartet mit vier verschiedenen Angeboten auf: Zum einen liefert der Workshop zu internationalen Projekten einen interessanten Überblick über Projekte in Chile, Tansania, der Schweiz oder Ungarn, in einem anderen Workshop wird es unter der Leitung von Prof. Dr. Rüdiger Schulz vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik über den Nutzen von Modellierungen für Tiefe-Geothermie-Projekte gehen. Hier wird zum Beispiel Sebastian Thum von Schlumberger über die „Analyse von Klüften und Bohrlochstabilität für eine bessere Reservoircharakterisierung und Bohrungsplanung“ berichten.

 

Oberrhein-Forum mit Informationen zu Projekten im Elsass

Die Nähe des Veranstaltungsortes zu Frankreich spiegelt sich im deutsch-französischen Oberrhein-Forum wider, das im vergangenen Jahr rund 100 Teilnehmer anzog und seither seinen festen Platz bei der Internationalen Geothermiekonferenz hat. Dank Simultanübersetzung bietet das Forum einen idealen Rahmen, um sich über die aktuell regen Entwicklungen in der tiefen Geothermie im Elsass zu informieren. So wird zum Beispiel Guerric Villadangos von ÉS Énergies Strasbourg erste Erfahrungen mit der Umsetzung des Vorhabens ECOGI präsentieren, Professor Jean Schmittbuhl von EOST wird über das Projekt G-EAU-THERMIE PROFONDE berichten.

Erfahrungen im Oberrheingraben auf deutscher Seite wird unter anderem Dr. Ulrich Lotz von Geoenergy einbringen. Sein Vortrag fasst die Erkenntnisse aus der Bohrung in Brühl zusammen und trägt den Titel: „Erfolgreiches Ende einer Odyssee – Herausforderungen an Geothermieprojekte in Baden-Württemberg“. Weitere Redner des Forums sind Florian Spath von Überlandwerke Groß-Gerau , Jean-Luc Sadorge von Alsace Énergievie und Dr. Gunther Wirsing vom Regierungspräsidium Freiburg.

Topaktuell ist der Workshop, den das Wirtschaftsforum Geothermie im Rahmen der Konferenz ausrichten wird. Der Verband will hier vorstellen und mit Akteuren der Branche diskutieren, wie es mit der tiefen Geothermie in Zukunft in Deutschland weitergehen kann und welche politischen Rahmenbedingungen es dafür braucht. Hintergrund hierfür sind die Vorschläge, die Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) Mitte Februar vorgelegt haben und die nicht nur einen ersten Schritt auf dem Weg zur grundlegenden Reform des EEG darstellen. Sie sind auch ein weiterer Versuch, die angeblich übermäßigen Kosten der Energiewende in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken und der dezentralen Nutzung erneuerbarer Energien die Legitimation zu entziehen.

 

Neu am Kongresstag: Speakers Corner in der Mittagspause

Mit dem Kongresstag der IGC 2013 findet die Konferenz am 16. Mai ihren Höhepunkt. Der Tag wird durch Keynotes von Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbands Erneuerbare Energien, und von Professor Peter Wiedemann vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eingeleitet, der über Risikokommunikation in der Geothermie spricht. Die ersten beiden Diskussionsforen des Kongresstags legen den Fokus auf die Voraussetzungen für den erfolgreichen Betrieb geothermischer Anlagen und die Bohrtechnik. Dr. Jörg Baumgärtner von Bestec wird hier nach dann einem halben Jahr Betriebserfahrung mit dem Kraftwerk in Insheim ein erstes Resumée ziehen. In Forum II zur Bohrtechnik kommt zum Beispiel Claus Chur zu Wort, der über die Entwicklung im Bereich Umweltschutz seit dem Kontinentalen Tiefbohrprogramm berichtet.

Eine Neuerung im Programmablauf ist der „Speakers Corner“ während des Mittagessens, der in Zusammenarbeit mit dem KIT und dem Steinbeis-Transferzentrum Geoenergie und Reservoirtechnologie stattfindet. Getreu dem Motto „Von der Wissenschaft zur Anwendung“ soll hier Wissenschaftlern die Möglichkeit gegebenen werden, ihre Forschungsergebnisse in kompakter Form zu präsentieren und dabei Kontakte in die Industrie zu knüpfen. Zu den dort vorgestellten Forschungsthemen zählen zum Beispiel „Brennstoffzelle für Geothermiebohrungen“ und „Korrosionsresistente Werkstoffe“.

 

Linde zeigt Flagge mit Angeboten im Geothermie-Markt

Der Nachmittag bietet neben dem Vortrag der EnBW Energie Baden-Württemberg zur Optimierung von Geothermiekraftwerken ebenfalls eine Premiere: Erstmals wird der Linde-Konzern, der seit kurzem schlüsselfertige Geothermie-Kraftwerke auf dem Markt anbietet, vorstellen, welche kaufmännischen und technischen Optionen zur Realsierung von Geothermieanlagen gewählt werden können, und was das traditionsreiche Unternehmen auf Grund seiner Erfahrung bei anderen Kraftwerksanlagen in der Betriebsführung anbieten kann.

Danach stehen Foren zur Seismizität und zu den Möglichkeiten der Effizienzsteigerung bei Geothermieprojekten auf dem Programm. „Effizienz“ meint hier sowohl technisch als finanziell – eingeladen sind deshalb zum Beispiel sowohl Hafsteinn Helgason von Efla Consulting in Island, der über seine Erfahrungen mit Bohrpreisen auf dem internationalen Markt spricht und Einsparpotenziale aufzeigt, als auch Professor Reiner Homrighausen von der GWE-Gruppe , der über die wirtschaftliche Ausführung von Geothermie-Bohrungen mit modernster Gerätetechnik berichtet. Interessanten Input zur Diskussion um induzierte Seismizität wird Dirk Kraaijpoel vom staatlichen Institut KNMI liefern, der darüber berichtet, wie in den Niederlanden mit den bei der Erdöl- und Erdgasförderung verursachten seismischen Ereignissen umgegangen wird.

Die Konferenz endet am Freitag wie gewohnt mit Exkursionen zu Geothermieanlagen. Erstmals wird dabei das Geothermiekraftwerk der EnBW in Bruchsal besichtigt werden können. Das 2009 in Betrieb genommene Kraftwerk ist Ende 2012 in den Dauerbetrieb gegangen und nach Unterhaching die zweite Anlage in Deutschland, die die Kalina-Technologie nutzt. Wegen regelmäßig hoher Nachfrage wird die zweite Exkursion erneut zum EGS-Forschungsprojekt Soultz-sous-Forêt nach Frankreich gehen.

 

Das aktuelle Programm der Konferenz und die Möglichkeit, sich online anzumelden finden sich unter www.geothermiekonferenz.de. Bei Anmeldung bis inklusive 15. März wird zehn Prozent Frühbucherrabatt gewährt, Vertreter von Kommunen und Studenten erhalten bei den meisten Veranstaltungen der Konferenz einen 50prozentigen Rabatt auf die Teilnehmergebühren.

(mb)
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