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EnBW und Vulcan planen Lithium-Extraktionsanlagen im Oberrheingraben

14. Juni 2020

An den Geothermiestandorten in Bruchsal und Insheim sollen Testanlagen zur Extraktion von Lithium aus dem geothermischen Tiefenwasser entstehen. Lithium und verschiedene Extraktionsmethoden dafür stehen unter anderem auch beim IGC Online Meeting: Upper Rhine Graben am 17. Juni im Fokus.

Lithium in geothermischen Tiefenwässern im Oberrheingraben ist seit Wochen ein heiß diskutiertes Thema. Der Hintergrund ist, dass die Lithiumgewinnung für eine Produktion von Elektrofahrzeugbatterien in Deutschland dienen könnte. Letzte Woche erschien dazu ein Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, gestern auf Spiegel Online und heute in der Welt am Sonntag.

Im Mittelpunkt steht dabei das australische Unternehmen Vulcan Energy Resources Ltd., das unter anderem zwei Aufsuchungsfelder für Salze, Erze und Erdwärme im baden-württembergischen Teil des Oberrheingrabens - Mannheim und Ortenau - beantragt und erhalten hat. Bereits im November 2019 haben Vulcan Energy und die Pfalzwerke Geofuture GmbH eine Absichtserklärung unterzeichnet, bei der Lithiumextraktion am Geothermiestandort Insheim zusammenzuarbeiten.

Deutsche und französische Unternehmen engagieren sich

Die Lithiumgehalte in den Tiefenwässern des Oberrheingrabens liegen bei 150 bis 200 mg/l. Und das sowohl bei den Anlagen auf deutscher wie auch auf französischer Seite. So plant nicht nur Vulcan Energy in Insheim die Extraktion des für die E-Mobilität wichtigen Elements, auch die ÉS Geothermie, eine Tochter der Électricité de Strasbourg, ist an einem EU-Forschungsprojekt beteiligt, das eine Extraktionsmethode entwickeln soll.

Auch der Energieversorger EnBW will eine Demonstrationsanlage zur Gewinnung von Lithiumchlorid bauen, wie Projektleiter Dr. Thomas Kölbel in der Welt am Sonntag zitiert wird: „Im Labor hat das recht ordentlich funktioniert, jetzt versuchen wir es mit einer Demonstrationsanlage.“

Lithium und Geothermie - gleich mehrere Vorteile

Der Vorteil des Lithiums aus Tiefenwässern ist, dass es eine Mehrfachnutzung zusammen mit der Energiegewinnung aus Geothermie gibt, und sich damit die Wirtschaftlichkeit der Bohrungen erhöht. Zudem sind geringere Wassermengen erforderlich als bei der Gewinnung aus Salaren in Südamerika.

Mit einer eigenen Lithiumförderung könnte Europa unabhängiger von den Importen eines wichtigen Rohstoffs für den Ausbau der Ektromobilität werden. Michael Schmidt, Experte bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) fasst dies in der Welt am Sonntag wie folgt zusammen: „Das Potenzial der europäischen Projekte könnte den hiesigen Lithium-Bedarf für eine Zellfertigung zu einem beträchtlichen Anteil bedienen.“

Die Methoden zur Gewinnung von Lithium werden unter anderem im Rahmen des IGC Online Meetings: Upper Rhine Graben am 17. Juni 2020 von 14 bis 18 Uhr vorgestellt. Ebenso werden die verschiedenen vorgestellten Projekte auf ihre Pläne zur Lithiumgewinnung eingehen. (js)

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