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Wo eine geothermische Zukunftsvision schon Realität ist - Eindrücke von der Impulsreise Island

12. November 2007

EnEd („International Education Center for Energy Solutions GmbH“) organisierte vom 15.-18. Oktober in Zusammenarbeit mit Sterr-Kölln & Partner und forseo eine Impulsreise nach Island. Der international besetzten Teilnehmergruppe aus Investoren, Projektentwicklern, Beratern und Geowissenschaftlern wurden die Möglichkeiten der tiefen Geothermie veranschaulicht. Bei einer eigens für die Teilnehmer ausgerichteten Konferenz mit den wichtigsten isländischen Akteuren wurde die enorme Stärke der Branche verdeutlicht. Island ist dabei sein Kräfte zu bündeln, um weltweit eine führende Position in der Geothermiebranche zu übernehmen.

Dies wird besonders deutlich durch die im Oktober vollzogene Fusion der Geysir Green Energy mit Reykjavik Energy Invest (REI), dem Investmentarm des öffentlichen Energie–versorgers Reykjavik Energy. Diese Verflechtung der internationalen Aktivitäten eines öffentlichen Energieversorgers mit einem privatwirt–schaftlich geführten Unternehmen schlug hohe Wellen und erzwang letztlich gar einen Machtwechsel in Reykjaviks Stadtparlament. REI, deren Unternehmenswert laut Ásgeir Margeirsson, einem der beiden CEOs, rund 745 Millionen Euro beträgt, verfügt über Mehrheitsbeteiligungen an Iceland Drilling, Hekla Energy, Enex, Enex China sowie über weitere Beteiligungen an Hitaveita Sudurnesja, Exorka, der kanadischen Western Geo Power und der philippinischen Ölgesellschaft PNOC. Man will Weltmarktführer in der Geothermie werden und in den nächsten 4 Jahren mit einem Investitionsvolumen von 5 - 8 Milliarden US$ weltweit bis zu 4.000 Megawatt installiert sehen. Insbesondere Nordamerika, aber auch Deutschland werden als Markt mit großem Potenzial gesehen. Rund 460 Millionen Euro Eigenkapital wurden von den Hauptgesellschaftern Reykjavik Energy, FL Group, Atorka sowie der Glitnir Bank investiert. 2009 will REI an die Börse gehen.

Das Selbstbewusstsein auf dem Inselstaat mit dem vulkanisch aktiven Untergrund kommt nicht von ungefähr, blickt man auf mehr als 50 Jahre Erfahrung in der Geothermie zurück. Innerhalb der letzten 20 Jahre nahm der Ausbau der Geothermie rasant zu, so dass heute mit 20 % des Stroms (450 Megawatt) und 90 % der Wärmeversorgung der 300.000 Einwohner zählenden Insel durch Geothermie bereitgestellt werden. Die Stromkosten sind dank Wasserkraft und Geothermie die geringsten der Welt, und durch die Erdwärme betragen die Heizkosten in Island ein Fünftel dessen, was für Heizöl bezahlt werden müsste. Diese niedrigen Energiekosten locken ausländ–ische Unternehmen an, so ist die energieintensive Aluminium–industrie bereits vor Ort. Google und Microsoft denken darüber nach, ihre Serverfarmen mit hohem Kühlbedarf in Island anzusiedeln.

Mit dem Iceland Deep Drilling Project (IDDP) zeigt das Land, dass es im Bereich Geothermie auch auf Forschungsebene ambitionierte Ziele hat. Ein Konsortium aus dem nationalen Energiedienst ISOR und den großen Energieversorgern versucht mit neuartigen Bohrtechnologien überkritische Wässer mit Temperaturen von bis zu 600 °C aus großen Tiefen zu erbohren, um bei der Energiegewinnung weitaus höhere Wirkungsgrade zu erzielen.

Die Eindrücke der Reiseteilnehmer waren durchweg positiv: „Die Reise hat einen beeindruckenden Einblick ermöglicht, wie vorhandenes geothermisches Potenzial erfolgreich genutzt werden kann“, so Dr. Michael Kraml vom BGR. Alexander Richter von der Glitnir Bank erklärt: „Wir sind bereit, unsere Expertise für eine weitere Entwicklung der Geothermie in Deutschland bereitzustellen, um gemeinsam den Anteil an erneuerbaren Energien zu erhöhen und die Klimaziele zu erreichen.“
(Quelle: EnEd GmbH)

Aktuelle Geothermiefakten aus Island: das Länderprofil auf www.geothermie-oberrhein.de (ag)

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