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Alberta besetzt den weltweit ersten EGS-Lehrstuhl

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04 | 2013

Kanada setzt ein Signal in der Geothermieforschung: Im Januar 2013 erhielt die deutsche Geowissenschaftlerin, Dr. Inga Moeck, ehemals Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ Potsdam, den Ruf auf die Professur des weltweit ersten Lehrstuhls für Enhanced Geothermal Energy Systems (EGES) an der University of Alberta in Edmonton.

Ein Grund, warum Alberta neben Erdöl und Erdgas nun auch die tiefe Geothermie als Energieressource entdeckt hat, sei unter anderem, dass die Provinz aufgrund seiner hohen CO2-Emissionen ein Imageproblem in Bezug auf seine Ökobilanz bekommt, erklärt Inga Moeck im Gespräch mit Enerchange. „Alberta muss etwas tun, um seine Darstellung im Umweltbereich deutlich zu verbessern.“ Die geologischen Bedingungen in Alberta sind jedenfalls interessant: „Das Albertabecken ist sehr gut mit dem Molassebecken in Süddeutschland vergleichbar. Beide Systeme sind Vorlandbecken mit karbonatischen Aquiferen als geothermische Ressource und der zum Gebirge hin typischen Vertiefung, ein ideales geothermisches System“, erklärt Inga Moeck.

Ihre Aufgabe und Herausforderung in Alberta sieht die Wissenschaftlerin darin, die Geothermie in einer Provinz aufzubauen, in der dieses Thema bislang nicht von Bedeutung war. „Das muss zweigleisig laufen. Auf der einen Seite arbeite ich intensiv mit den geologischen Diensten von Kanada und der Provinz Alberta zusammen. Auf der anderen Seite gibt es Kooperationen mit vielen Kollegen aus der Erdöl- und Erdgasindustrie.“ Die Forschungsthemen sind interdisziplinär und konzentrieren sich unter anderem auf Spannungsfeldanalyse, Methodenentwicklung zur Reservoirevaluierung, Geomechanik und 3D-Modellierung. Im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten entsteht momentan ein erstes Projekt: „Zusammen mit dem geologischen Dienst Kanadas werden wir demnächst in einer kleinen Gemeinde in den Rocky Mountains eine Ortsbegehung für eine Potentialstudie machen. Danach folgt eine Strategieentwicklung, in der die Studenten der Universität Alberta eingebunden werden“, so Moeck.

Ein Forschungsschwerpunkt, der zukünftig auch immer mehr Relevanz für Projekte in Deutschland haben wird, ist nach ihrer Ansicht die Spannungsfeldsanalyse – insbesondere weil die Kenntnis des Spannungsfeldes wichtig ist für die Abschätzung der zu erwartenden Seismizität. „Es gibt zwar Methoden, über die 3D-Seismik die Richtung der größten horizontalen Spannung zu ermitteln, aber das ergibt noch kein Spannungsfeld.“ Die Forschung in diesem Bereich voranzutreiben, um die Methode zu standardisieren, ist der Forscherin ein großes Anliegen: „Das Konzept der limitierenden Spannungen zur Berechnung des in-situ Spannungsfeldes müssen wir in verschiedenen Arbeiten überprüfen. Dazu benötigen wir Daten aus Bohrlöchern, Hydrofacs und Leak-off Tests. Auf solche Daten hat man in Alberta unbegrenzt Zugriff, da es dort viele Tausende von Hydrofracs gibt. Bestätigt sich unser Vorgehen durch die Daten der Leak-off Tests als reproduzierbares Ergebnis, zeigt es, dass die Methode der Spannungsfeldberechnung richtig ist und gute Daten liefert.“(sv/mb)

Das vollständige Interview mit Professorin Inga Moeck finden Sie hier.

Inga Moeck ist Referentin auf der 9. Internationalen Geothermiekonferenz in Freiburg. Sie wird im Forum Geology and Drilling über den Einfluss tektonischer Spannungen auf die Stabilität und Produktivität von geothermischen Bohrungen sprechen. Hier finden Sie das komplette Programm der IGC 2013. Hier geht es zur Anmeldung.

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