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Geothermie Kirchweidach: Einstieg in die Stromerzeugung

24. August 2020

Im bayerischen Kirchweidach soll zukünftig neben der geothermischen Wärmeversorgung auch Strom erzeugt werden. Der Energieversorger E.ON plant den Bau modularer Kleinkraftwerke von der Firma Orcan Energy.

Noch in diesem Jahr sollen die ersten ORC-Module in Betrieb gehen und zunächst mit 700 bis 800 Kilowatt Leistung klimafreundlichen Strom erzeugen, wie die Passauer Neue Presse berichtete. Bislang versorgt die Energie aus der Tiefe rund 400 Haushalte in Kirchweidach und einen Großkunden, der Gemüseanbau betreibt, mit regenerativer Fernwärme.

Jetzt soll auch die Stromerzeugung hinzukommen. Bis Ende 2021 soll sie nach Angaben der PNP auf 3,7 Megawatt Leistung ausgebaut werden. E.ON spricht in einer Pressemitteilung vom Bau mehrerer Kleinkraftwerke und eines Blockheizkraftwerks mit einer Gesamtleistung von knapp sechs Megawatt und einem Investitionsvolumen für den ersten Projektabschnitt von 7,5 Millionen Euro. E.ON will die Anlage 15 Jahre lang betreiben.

Modulare Bauweise nutzt das Energiepotenzial optimal

Die modulare Bauweise der ORC-Module ermöglicht es, das geothermische Potenzial optimal zu nutzen. Denn naturgemäß ist der Wärmebedarf von Haushalten und Gemüseanbau in Kirchweidach im Winterhalbjahr deutlich höher als im Sommer.

Orcan Energy bietet verschiedene Technologien zur Nutzung industrieller Abwärme an. Mit dem Projekt in Kirchweidach steigt das Unternehmen in die Stromproduktion aus Geothermie ein. Die ORC-basierten Orcan Energy efficiency PACK-Module sind im Nieder- und Hochtemperaturniveau einsetzbar. Bei Eintrittstemperaturen bis maximal 150 °C erzeugen sie laut Pressemitteilung von Orcan Energy bis zu 200 kWel Leistung.

Sie werden anschlussfertig in einem 40-Fuß-Container zur Aufstellung geliefert, in dem die Kühlung bereits integriert ist. Insbesondere die robuste Bauweise, der einfache Aufbau und die schnelle Installation der Module machen den Einsatz wirtschaftlich hochinteressant.

4.000 Tonnen CO2-Einsparung jährlich

Insgesamt soll die Anlage 4.000 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid pro Jahr einsparen, da zuvor ungenutzte Abwärme hocheffizient in Strom umgewandelt wird.

„In Zusammenarbeit mit E.ON können wir das Wärmepotenzial unserer Geothermieanlage voll ausschöpfen und grünen Strom wirtschaftlich erzeugen. Kirchweidach bestätigt seine Rolle als Zukunftsstandort,“ sagt Wolfgang Hageleit, Geschäftsführer der FG Geothermie in Kirchweidach.

Alexander Fenzl, Direktor des Deutschlandgeschäfts bei E.ON Business Solutions ergänzt: „Das Projekt Geothermie Kirchweidach beweist, wie effizient wir Wärme heute für die Stromversorgung nutzen können. Auch in der Industrie gibt es noch große Abwärmepotenziale, die wir für eine CO2-freie Stromversorgung erschließen können.“ (kj)

Quelle: 

Passauer Neue Presse, Pressemitteilung E.ON, Pressemitteilung Orcan Energy

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