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Universität Göttingen Teil eines EU-Forschungsprojektes

28. Juni 2018

Die Georg-August Universität Göttingen beteiligt sich neben 15 weiteren europäischen Partnern maßgeblich an Forschungsarbeiten über das wirtschaftliche Potential und die möglichen CO2-Einsparungen durch Einsatz der Tiefen Geothermie.

Die Georg-August-Universität Göttingen ist neben 15 weiteren europäischen Partnern maßgeblich an den Forschungen zur Erschließung bisher kaum untersuchter geothermischer Untergrundreservoire in Europa sowie dem Einsatz neuer Techniken und der Optimierung bereits bestehender Geothermieanlagen involviert.

Das neue EU-Projekt ist das Einzige, das die Europäische Kommission unter sieben eingereichten Anträgen bewilligt hat. Von der Gesamtfördersumme von rund zehn Millionen Euro steht in den kommenden dreieinhalb Jahren etwa eine Million der Universität Göttingen für die Forschungen zur Verfügung.

Das Projekt verfolgt die Erforschung der Tiefen Geothermie in Europa. Die Forschungen sollen einen Überblick über das wirtschaftliche Potential und mögliche CO2-Einsparungen durch den Einsatz der Tiefen Geothermie geben. Das französische Unternehmen ÉS-Geothermie, das bereits im Elsass wirtschaftlich erfolgreich ein Geothermie-Kraftwerk betreibt, ist Koordinator des Projekts. Durch die Forschungen soll zum Beispiel herausgefunden werden, wie sich in Rohren die Ausfällung von Mineralien durch abgekühltes Wasser verhindern lässt. Ein weiteres Ziel ist unter anderen ein Test neuartiger Turbinen zur Stromerzeugung an ehemaligen Ölbohrungen, die wegen eines zu hohen Wassergehalts aufgegeben werden mussten.

Die Universität Göttingen beschäftigt sich mit der gesteinsphysikalischen und strukturellen Charakterisierung des variszischen Grundgebirges. Auf dieser Grundlage kann dann das Erdwärmepotential abgeschätzt werden und Strategien zur Erschließung vorhandener Reservoire entwickelt werden. Laut des Geowissenschaftlichen Zentrums Göttingen gibt es in der Region keine Bohrungen die tief genug sind um den Zielhorizont in 1.500 m Tiefe zu erreichen. Vor drei Jahren durchgeführte tiefenseismische Untersuchungen zeigten, dass unter Göttingen in 1.500 m Tiefe deformierte und metamorphe Sedimente liegen.

Die Weiterentwicklung der Wärmeversorgung am Campus Göttingen sowie die Entwicklung eines Instruments, das es Investoren erlauben soll die Wirtschaftlichkeit eines Standorts besser zu beurteilen, sind ebenfalls Teil des Projekts. Vorhandene und neu dazu gewonnene Daten sollen gemeinsam bearbeitet und ausgewertet werden um daraus ein europäische Potentialkarte für die Tiefe Geothermie zu erstellen. "Die Karte kann dann als Grundlage zur Förderung und Investition in die Tiefe Geothermie in Europa beitragen", so Dr. Bianca Wagner vom Geowissenschaftlichen Zentrum Göttingen. (ez)

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