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GeoTHERM 2014: Ein Stimmungsbarometer für die Branche

25. Februar 2014

Trotz Erhalt der EEG-Umlage von 25 Cent pro Kilowattstunde Geothermiestrom, ist die Branche weit entfernt von einem Freudensturm. Die diesjährige GeoTHERM in Offenburg gilt daher als Stimmungsmarker und setzt politische Signale.

Zum achten Mal öffnete die GeoTHERM dieses Jahr ihre Tore. Ende letzter Woche tagten Vertreter der Branche, Verbände, Politik und Erdwärme-Interessierte in Offenburg. Auch dieses Jahr verzeichnete die GeoTHERM wieder steigende Zahlen: 3.513 Gäste aus 38 Nationen und 191 Aussteller aus 16 Ländern besuchten die Veranstaltung. Mit mehr als 30 Vorträgen in zwei Tagen aus den Bereichen oberflächennaher und tiefer Geothermie bot die diesjährige GeoTHERM wieder Gelegenheit zum intensiven Netzwerken und regen Branchenaustausch. In ihrer Eröffnungsrede deutete Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner auf den bereits langjährigen Erfolg der Veranstaltung. „Andere Regionen, wie München und die Schweiz, schauen auf die erfolgreiche Messe“, so OB Schreiner in ihrem Grußwort.

Franz Untersteller, Umweltminister von Baden-Württemberg, fasste den gegenwärtigen Stand der Geothermie zusammen, in dem er auf das Spannungsfeld verwies, in dem sich die Branche befinde. Die Thematik der Seismizität in der tiefen Geothermie einerseits sowie die Vorkommnisse in Staufen, Böblingen und Renningen im Bereich der oberflächennahen Geothermie andererseits, könnten aber nicht die Bedeutung der Geothermie für eine stabile Versorgung in den erneuerbaren Energien in Frage stellen. Untersteller bekannte sich zur Nutzung der tiefen Geothermie und setzt dabei auf verstärkte Wärmeproduktion und Ausbau von Fernwärmenetzen. „Wir wollen den Anteil der erneuerbaren Energien in der Wärmeerzeugung bis zum Jahr 2020 auf rund 21 Prozent verdoppeln. Dies gelingt uns aber nur, wenn wir die Geothermie weiterhin nutzen können“, so Untersteller in seiner Rede.

Dr. Erwin Knapek, Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsforums Geothermie (WFG) und Präsident des Bundesverbandes Geothermische Vereinigung (GtV-BV), ließ kritische Worte in seiner Eröffnungsrede hören. Er verwies auf den Investitionsstau von 750 Millionen Euro in der Bayerischen Molasse sowie auf weitere 250 Millionen Euro brach liegende Investitionen in den Regionen Südpfalz, Hessen und Baden-Württemberg innerhalb der tiefen Geothermie, verursacht durch die Anfang 2013 verkündete Strompreisbremse der ehemaligen Bundesregierung und den bis heute währenden Unsicherheiten in Bezug auf die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). „Diese Politik behindert den Ausstieg aus der Kernenergie“, so Knapek. Obwohl die 25 Cent pro Kilowattstunde Geothermiestrom im EEG der Branche erhalten bleiben, so gibt es bis heute noch keine Aussagen über den Bestandschutz von bereits in Planung befindlichen Anlagen. „Nur wenn Bestandschutz für in Planung befindliche Anlagen ab 3D-Seismik gewährt wird, können Investitionen wieder aufgenommen werden und die heutige Leistung von 30 Megawatt elektrisch bis 2017 verdoppelt werden“, erklärte Knapek.

Begleitet wurde die GeoTHERM von zahlreichen Side-Events, wie Workshops zur geothermischen Fernwärme vom EGEC European Geothermal Energy Council oder zur Exportinitiative der GtV. Im Rahmen einer Mitgliederversammlung des WFG unterstützten die Mitglieder ein Vorhaben, dass WFG und GtV im Rahmen einer Zusammenarbeit enger zusammenrücken. „Eine engere Kooperation ist wünschswert. Genaueres sollen aber die Gespräche zwischen WFG-Vorstand und GtV-Präsidium ergeben“, so der WFG-Vorstand. Ein nach Außen einig auftretender zentraler Ansprechpartner der Branche ist wichtig, sowohl für die Branchenvertreter als auch für die Politik. Nur so kann sich die Geothermie eine Lobby in den erneuerbaren Energien erwirken. (sv)

Quelle: 

GeoTHERM

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