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Roadmap für geothermische Stromerzeugung bis 2050

26. März 2010

Im Rahmen des zweiten Treffens der im Dezember 2009 in München gegründeten Technologieplattform “Geothermal Electricity" (GeoElec) wurde der Entwurf einer Roadmap zur zukünftigen geothermischen Stromerzeugung in Europa vorgestellt.

Demnach soll bis 2020 die Basis für eine europäische geothermische Industrie gelegt werden. Dabei sollten sowohl die europäischen Ressourcen entwickelt als auch Know-how exportiert werden, so Jean-Philippe Gibaud von Schlumberger, der das Papier auf der GeoElec-Tagung diesen Mittwoch in Brüssel vorstellte. 


Bis etwa 2030 sollte die geothermische Energie dank der durch technische Entwicklungen katalysierten Kostensenkung eine wettbewerbsfähige Quelle für die Stromproduktion sein und beginnen, konventionelle Kraftwerke zu ersetzen. Für 2050 schließlich wird erwartet, dass die Geothermie einen substantiellen Beitrag zur Stromproduktion im Bereich der Grundlast leistet.



Die Mitglieder von GeoElec laden ausdrücklich alle Akteure der Geothermiebranche ein, bei der weiteren Entwicklung der Vision mitzuwirken. Kommentare zu dem Dokument, das auf der Webseite der Europäischen Geothermischen Vereinigung  zum Download bereit steht, können per E-Mail gemacht werden. Zudem wird der Entwurf von Ruggero Bertani von Enel Green Power im Rahmen der 6. Internationalen Geothermiekonferenz (19. - 20. Mai in Freiburg) zur Diskussion gestellt.

Auf dem Treffen in Brüssel wurde außerdem diskutiert, wie eine verständliche und allgemeingültige Definition von EGS lauten könnte. Das Ziel hierbei ist, den europäischen und nationalen Behörden eine Definition an die Hand zu gebenm die sowohl für die Förderung von Forschung und Entwicklung genutzt werden kann als auch für jede Form von Anreizsystemen (z. B. feste Vergütungssätze). Nach einer interessanten Diskussion enigten sich die rund 80 Teilnehmer des Meetings auf folgende Definition: “Ein Enhanced Geothermal System ist ein unterirdisches Reservoir, das künstlich geschaffen oder verbessert wurde."

Abschließend referierte Ruggero Bertani von Enel Green Power die zukünftige Struktur der Technologieplattform GeoElec. Demnach umfasst die Plattform verschiedene Themengruppen. Eine soll sich perspektivisch mit allen Fragen des Untergrunds befassen, die zweite mit der oberirdischen Installation und die dritte mit nicht-technischen Themen wie Recht und Öffentlichkeitsarbeit. Zudem soll die Kooperation mit anderen Industriezweigen gesucht werden, z. B. mit der Erdöl- und Erdgas-Industrie und mit der Technologieplattform Heizen und Kühlen mit Erneuerbaren Energien. (ag)

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