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Zahlreiche Bohrungen in Straßburg geplant

27. November 2014

Das französisch-deutsche Jointventure »Foragelec« plant in den kommenden zehn Jahren die Errichtung von vier Erdwärme-Heizkraftwerken im Großraum Straßburg. Probebohrungen sollen 2015 beginnen, wie baden online vermeldet.

Dem Gemeinschaftsunternehmen Foragelec gehören Fonroche Géothermie,  sowie die Herrenknecht Vertical GmbH, und H. Anger’s Söhne an. Bis 2024 wollen sie 240 Millionen Euro in den Bau von vier Geothermiekraftwerken investieren. Die Projekte sind im Großraum Straßburg geplant: im Straßburger Ölhafen, in den Randgemeinden Eckbolsheim im Westen und in Hoenheim und Vendenheim im Norden will das Unternehmen bohren, wie es bei baden online heißt.

Die vier im Raum Straßburg geplanten Heizkraftwerke sollen aus 160 bis 200 Grad Celsius heißem Tiefengrundwasser, das aus 3.500 bis 4.500 Metern Tiefe an die Oberfläche gefördert wird, Wärme und Strom liefern, wie der Geschäftsführer von Fonroche Géothermie Jean-Philippe Soulé bei der Vorstellung der Kraftwerksprojekte vergangene Woche in Straßburg erklärte.

Die ersten Bohrungen sollen Ende nächsten Jahres entweder im Straßburger Ölhafen oder in Eckbolsheim stattfinden. Die Bürgerbeteiligungsverfahren dürften Anfang 2015 beginnen.

Auch auf die technischen Probleme der tiefen Geothermie gingen die Projektpartner ein. Martin Müller Ruhe, Geschäftsführer von H. Anger’s Söhne betont, dass das von Herrenknecht Vertical und H. Anger’s Söhne neu entwickelte Bohrgerät speziell für den Einsatz in städtischem oder stadtnahem Gebiet konstruiert wurde. Bei den Bohrungen gebe es keine Vibrationen, keinen Staub und keinen Lärm, "in 100 Meter Entfernung liegt der Geräuschpegel bei 50 Dezibel, das ist so laut wie ein Gespräch".

Auch der Betrieb stelle keine Gefährung für die Anwohner dar. Soulé betont, dass die Erdwärmegewinnung durch hydraulischen Druck (Fracking) in Frankreich verboten sei und man von Anfang an mit einem Druck von unter 100 bar arbeite, während des Betriebs mit zehn bis 20 bar. Mini-Erdbeben schließt Soulé daher aus.

Jürgen Binder, technischer Leiter bei Herrenknecht Vertical verdeutlicht, dass Risse, Hebungen oder Beben wie im pfälzischen Landau bei den Vorhaben in Straßburg ausgeschlossen seien: "Bei uns wird der Schachteingang durch drei Beton- und drei Edelstahlschichten abgedichtet. In Landau gab es weniger Schichten."

Mit diesen Projekten kann bis zu 80 Prozent des Heizwärmebedarfs im Raum Straßburg gedeckt werden. "Die Heizkosten wären 30 bis 40 Prozent unter den heutigen Gaspreisen", versprach Soulé. (js)

Quelle: 

baden online

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