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Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH
Laascher Straße 30
19306 Neustadt-Glewe
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Fax: (038757) 238-20
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Die erste Bohrung wurde in Neustadt-Glewe bereits 1988 bis in 2.455 Meter Tiefe niedergebracht. Ein Jahr später folgte die zweite Bohrung mit einer Tiefe von 2.335 Metern. Das Ziel des Projekts war die Wärmeversorgung des örtlichen Lederkombinats. Die deutsche Wiedervereinigung und die damit verbundene Auflösung des Kombinats stoppten das Erdwärmeprojekt zunächst.
Um die Bohrungen weiter zu nutzen, wurde 1992 die Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH (Beteiligungen: Stadt Neustadt-Glewe: 47 Prozent; WEMAG AG: 45 Prozent; GTN Geothermie Neubrandenburg: 8 Prozent) zur Projektrealisierung und als zukünftige Betriebsgesellschaft gegründet. Bau und Inbetriebnahme wurden durch das Bundesministerium für Forschung und Technologie, sowie durch die Hamburger Elektrizitätswerke AG, die mittlerweile in der Vattenfall AG aufgegangen ist, gefördert.
Zur Kapazitätserweiterung wurde 1993 eine weitere Bohrung niedergebracht. Die Inbetriebnahme des Heizwerks erfolgte ein Jahr später und sichert die Wärmeversorgung von rund 1.300 Haushalten und neun Gewerbebetrieben.
Im März 2000 ermöglichte die Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) eine Vergütung des regenerativ erzeugten Stroms und damit den Ausbau der Anlage in Neustadt-Glewe mit einem ORC-Kraftwerk. Dieses gewann Elektrizität aus der überschüssigen Wärmeenergie. Im November 2003 wurde die Anlage in Betrieb genommen. Bis 2010 lieferte das Kraftwerk Strom für 500 Haushalte. Nach einem technischen Defekt musste der Betrieb jedoch eingestellt werden.
Um die Leistung der Analge möglichst kostengünstig auszubauen, wurde die die bereits bestehende Bohrung im Jahr 2023 durch einen sogenannten Sidetrack erweitert. In 1.500 Metern Tiefe entstand an der Bohrung eine Art Abzweigung, die 120 Meter wegführt und dort zusätzliche Sole fördert. Seitdem können zusätzliche Haushalte mit Erdwärme beliefert werden. Der Ausbau der Anlage wurde von einer Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz in Höhe von rund 3 Millionen Euro unterstützt.