Neustadt-Glewe

Projektgebiet:
Erdwärme Neustadt-Glewe
Status
in Betrieb
TH 1 in m (MD)
2.455 Förderbohrung
TH 2 in m (MD)
2.335 Injektionsbohrung
Nutzungsart
Hydorthermal, Doublette
Temperatur in °C
95-98
Förderrate in L/s
11-33
Mineralisation in mg/L
220.000
Zielnutzhorizont
Oberer Keuper
Installierte thermische Leistung in MW
5

Schlagworte

Nachrichten zum Projekt

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Die erste Bohrung wurde in Neustadt-Glewe bereits 1988 bis in 2.455 Meter Tiefe niedergebracht. Ein Jahr später folgte die zweite Bohrung mit 2.335 Metern. Ziel war die Wärmeversorgung des ortsansässigen Lederkombinats. Die deutsche Wiedervereinigung und die damit verbundene Auflösung des Kombinats stoppten das Erdwärmeprojekt zunächst.

Um die Bohrung weiter zu nutzen, wurde 1992 die Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH (Beteiligungen: Stadt Neustadt-Glewe: 47 Prozent; WEMAG AG: 45 Prozent; GTN Geothermie Neubrandenburg: 8 Prozent) zur Projektrealisierung und als zukünftige Betriebsgesellschaft gegründet. Bau und Inbetriebnahme wurden durch das Bundesministerium für Forschung und Technologie und die Hamburger Elektrizitätswerke AG, die mittlerweile in der Vattenfall AG aufgegangen ist, gefördert.

Zur Kapazitätserweiterung wurde 1993 eine weitere Bohrung niedergebracht. Die Inbetriebnahme des Heizwerks erfolgte ein Jahr später und sichert die Wärmeversorgung von rund 1.300 Haushalten und neun Gewerbebetrieben.

Im März 2000 ermöglichte die Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) eine Vergütung regenerativen Stroms und damit den Ausbau der Anlage mit einem ORC-Kraftwerk. Dieses gewann aus der überschüssigen Wärmeenergie Elektrizität. Im November 2003 wurde die Anlage in Betrieb genommen. Bis 2010 lieferte das Kraftwerk Elektrizität mit einer Leistung von 210 Kilowatt für 500 Haushalte. Nach einem technischen Defekt musste der Betrieb jedoch eingestellt werden .

Die Betreibergesellschaft des Minikraftwerkes, die Erdwärmekraft GbR (Vattenfall Europe Berlin AG & Co. KG: 94,26 Prozent, WEMAG AG: 5,74 Prozent) realisierte den Bau der ORC-Anlage und wurde dabei durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

 

 

Anzahl der Bohrungen
2
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