Gemeinde Dettenheim nimmt Gespräche mit der DEW wieder auf

03.11.2021 | Vorerkundung

Trotz einer ursprünglichen Absage des geplanten Geothermie-Kraftwerks in Dettenheim durch den Ortschaftsrat, werden die Verhandlungen mit der Deutschen Erdwärme GmbH in der Gemeinde nun wieder aufgenommen.

Mit einem Stimmergebnis von insgesamt 13 Ja- zu nur 3 Nein-Stimmabgaben, entschied der einberufene Gemeinderat das geplante Geothermie-Projekt wieder weiterzuverfolgen. Zuspruch erhält das Vorhaben besonders von der Bürgermeisterin Ute Göbelbecker (Freie Wähler). Laut Göbelbecker habe sich der Rat bereits 2020 mit der Nutzung von Geothermie in der Gemeinde beschäftigt und dabei stets die Bevölkerung miteinbezogen. Dabei betont sie, dass Unsicherheiten zwar verständlich seien, aber im Sinne der erfolgreichen Energiewende und einer sicheren Energieversorgung in der Zukunft, weitere Schritte erforderlich seien.

Grundstücksüberlassung zunächst unter Vorbehalt

Laut des Gemeinderats ist mit einer überwiegenden positiven Einstellung gegenüber des geplanten Geothermie-Projekts in Dettenheim zu rechnen. Die Überlassung des Grundstücks im Gewann Schiffmächerstücker an die Deutsche Erdwärme GmbH sei allerdings an mehrere Bedingungen geknüpft und erfolge nur im Falle eines für beide Seiten akzeptablen Verhandlungsergebnisses.

Zunächst fordert die Gemeinde einen gesonderten Ratsbeschluss ein. Im Hinblick auf die Projektabwicklung gilt es den Gemeinderat in den gesamten Ablauf miteinzubeziehen. Ein besonderer Fokus wird auch auf eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung und Bürgerinformation gelegt.

Keine einheitliche Meinung der unterschiedlichen Fraktionen

Während ein überwiegend positives Votum der Freien Wähler bezüglich des Beschlussvorschlags erwartet wird, herrschen in der Fraktion der CDU zunehmend Unstimmigkeiten.

Laut FWV-Fraktionsvorsitzenden Rainer Oberacker, biete die Geothermie eine Energiequelle mit Potenzial einer langfristigen und zugleich nachhaltigen Nutzbarkeit ohne jegliche Kohlendioxid-Emissionen. Außerdem könne neben der Stromgewinnung zusätzlich eine regionale und lokale Wärmegewinnung ermöglicht werden, wodurch das Projekt noch attraktiver erscheint. In Bezug auf die Risiken, welche mit Tiefer Geothermie assoziiert sein können, verweist Rainer Oberacker auf die hohe Verantwortung der Genehmigungs- und Überwachungsbehörden. Basierend auf der schrittweisen Genehmigungsverfahren und bei Einhaltung der Regeln sei das Risiko allerdings beherrschbar.  

Zuspruch erhielt das Vorhaben auch von Manfred Oberacker (CDU), welcher nach persönlichen Erfahrungen bei Informationsveranstaltungen in Graben-Neudorf der geothermischen Nutzung generell positiv gegenüber eingestellt sei. Das Projekt sei wichtig für eine erfolgreiche Energiewende besonders im Hinblick auf nachfolgende Generationen, so Manfred Oberacker. Allerdings ist dies keine einheitliche Meinung der CDU-Fraktion in Dettenheim.

Im Gegensatz dazu stehen Johannes Wenz (CDU) und Nico Reinacher (CDU) dem geplanten Geothermie-Projekt kritisch gegenüber. Wenz kritisiert besonders das „zu schnelle Vorgehen“, da es aktuell noch kein vergleichbares Projekt in der unmittelbaren Umgebung gibt. Auch der Rußheimer Ortsvorsteher Nico Reinacher betont, dass zunächst das Energiekonzept der Klima- und Energieagentur sowie weitere Entwicklungen in der Region abgewartet werden sollen. Laut Reinacher wäre ein Geothermie-Kraftwerk allein für die Stromerzeugung sinnlos, da Fernwärme noch in weiter Zukunft liege.

Nach des CDU-Fraktionsvorsitzenden Manfred Oberacker, müsse die Gemeinde allerdings nicht allein für die Bereitstellung des Grundstücks, sondern zudem beim Betrieb finanzielle Beteiligungen einfordern.  Somit müsse die Gemeinde Dettenheim die Tiefe Geothermie nicht nur im Verbund der Gemeinden, sondern außerdem mit der Stadt Karlsruhe, dem Landkreis und dem Land Baden-Württemberg als solches angehen.

Positiv äußerte sich zuletzt Petra Wagner (SPD). Dabei begrüßt sie das Projekt und spricht diesbezüglich von der Verantwortung der Gemeinde. Gleichzeitig spricht Wagner sich für die weiteren Verhandlungsgespräche aus, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Verhandlungen und Ergebnisse transparent und nachvollziehbar ablaufen.