Geothermische Standortsuche in Schallstadt

05.11.2021 | Vorerkundung
Terrascan Airbone

Neben insgesamt sechs weiteren Kommunen soll das Potential der Gemeinde Schallstadt im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald als Standort für Tiefe Geothermie ermittelt werden.

Ein ursprünglich 320 km² großes Aufsuchungsgebiet mit rund 19 Kommunen wurde zu Beginn des Jahres von der Tochterfirma Wärmeplus des Energieversorgers Badenova übernommen. Seitdem hat sich das Untersuchungsgebiet allerdings auf circa 70 km² und 7 Kommunen deutlich verringert. Eine der verbliebenen Kommunen im Aufsuchungsgebiet ist die Gemeinde Schallstadt. Basierend auf Messungen während einer Helikopterbefliegung führten im Wesentlichen drei Faktoren zu der drastischen Eingrenzung des Gebiets: Fluid, Temperatur und Transport. Dabei handelt es sich einerseits um die Menge des thermalen Tiefenwassers, als auch um eine ausreichend hohe Temperatur und künftige Leitungslänge, wobei letztere eine Länge von 25 Kilometern nicht überschreiten dürfe.   

Laut Bürgermeister Sebastian Kiss ist die Tiefe Geothermie noch immer ein „heikles Thema in der Region“, da viele Menschen der Technologie kritisch gegenüber eingestellt sind. Dennoch würde Schallstadt als geothermischer Standort auch Vorteile genießen, wie beispielsweise der Gewährleistung einer sicheren Wärmeversorgung.

Ähnlich der Gemeinderatssitzung Ende Januar 2021, traf sich Wärmeplus-Geschäftsführer Klaus Preiser und Geothermie-Projektleiter Simon Laub kürzlich mit dem Gemeinderat in der Johann-Philipp-Glock-Halle, um den aktuellen Projektstatus sowie das weitere Vorgehen zu besprechen.

Die Bohrungen würden dabei ähnlich wie für Thermalbäder ablaufen, so Laub.  Das übergeordnete Ziel sei CO2-freie Wärme für die Region zu fördern.

3D-Seismik als nächster Schritt

Als nächstes soll nun eine 3D-seismische Messung erfolgen, wofür das eingegrenzte Projektgebiet in ein 50 x 50 m Raster untergegliedert wird. Entlang von zuvor festgelegten Messpunkten von Nord nach Süd, kann dann mithilfe von drei Vibro-Messfahrzeugen im Konvoi Schallwellen erzeugt werden, welche entlang der unterschiedlichen Gesteinsschichten im Untergrund reflektieren und somit die Erstellung eines strukturellen Abbilds des Untergrunds ermöglichen.

Nach Auswertung der Daten gilt es das Projektgebiet auf ein bis zwei Kommunen weiter einzugrenzen, welche tatsächlich als Standort für Tiefe Geothermie in Frage kommen.

Für die Messungen plane man derzeit mit einem Zeitraum von Januar bis März 2022. Das Ergebnis der Auswertung könne somit bis Ende 2022 oder Anfang 2023 vorliegen.

Bürgerbeteiligung

Für die Einbindung der umliegenden Bevölkerung wird es zudem ein breites Angebot an Öffentlichkeitsbeteiligungen und Informationsveranstaltungen geben, so Laub.

Dies umfasse eine Projekthomepage, die Einbeziehung der örtlichen Presse sowie diverse Social-Media-Kanäle und einen noch einzurichtenden Bürgerschaftsrat. Laut Bürgermeister Kiss, befinde sich der Bürgerschaftsrat allerdings noch im Aufbau. Momentan sind als feste Mitglieder neben Bürgermeister Kiss allein Bernd Kiechle des Grünen-Gemeinderats eingetragen.

Ziel der Informationspolitik ist es eine klare Transparenz des gesamten Projektablaufs zu schaffen.

Schlagworte