Größtes Geothermieprojekt Österreichs

30.06.2009 | Internationale Projekte, Finanzierung | Enerchange
Geothermiebohrung in Bayern

Im Bezirk Ried im Innkreis soll Österreichs größtes Geothermieprojekt entstehen. Im ersten Ausbauschritt bis 2011 sollen sowohl im Rieder Stadtgebiet rund 250 Kunden angeschlossen als auch in der Nachbargemeinde Mehrnbach die öffentlichen Gebäude und rund 150 Haushalte versorgt werden. Bis 2020 soll Ried flächendeckend ohne fossile Energieträger auskommen.

Der Baubeginn ist nach Vorliegen aller Förderzusagen und Genehmigungen für Januar 2010 vorgesehen. Die Erschließung der Heißwasserquelle in 3.000 Meter Tiefe in der Gemeinde Mehrnbach kostet rund 12,5 Mio. Euro. Die Errichtungskosten des Fernwärmenetzes in der Stadt Ried betragen rund 13 Mio. Euro, in der Gemeinde Mehrnbach etwa 4 Mio. Euro. Die Gesamtinvestition beläuft sich damit auf rund 30 Mio. Euro, die Förderquote beträgt etwa 27 Prozent. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Energie AG Oberösterreich, der Energie Ried und der Nahwärme Mehrnbach.
Ziel sei es, mit der 100 Grad heißen Quelle ab der ersten Ausbaustufe pro Jahr rund 55 GWh und im späteren Vollausbau rund 90 GWh Wärme zu erzeugen, so der Generaldirektor der Energie AG Oberösterreich, Leo Windtner. Rund 20 Trassenkilometer Leitungen müssen dazu verlegt werden, was aber gleichzeitig Wertschöpfung für die Region bringt, erklärte Umweltlandesrat Rudi Anschober. Außerdem würde man sich unabhängig machen von fossilen Energieträgern und langfristig stabile Preise sichern.