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Mauerstetten soll als Forschungsprojekt neu erschlossen werden

6. März 2013

Im Rahmen eines vom BMU geförderten Forschungsprojekts sollen adäquate Fließraten im geothermischen Reservoir unter Mauerstetten über hydraulische Maßnahmen ermöglicht werden. Das Projekt ist nicht unumstritten.

Zusammen mit dem GeoForschungsZentrum GFZ Potsdam und der TU Bergakademie Freiberg plant der Projektbetreiber Exorka GmbH, die Möglichkeit für leistungsfähige Fließraten im Gestein des einst trockenen Bohrlochs nahe der Gemeinde Mauerstetten zu schaffen. Im Gegensatz zum stark verkarsteten und mit offenen Rissen durchsetzten Tiefengrundwasserleiter Malm südlich und östlich von München, wurden unter Mauerstetten diese Strukturen durch sekundäre Prozesse im Laufe der letzten Jahrmillionen verfüllt und geschlossen, so dass kaum Wasser im Gestein fließen kann. Mittels hydraulischer Druckbelastung sollen die vorhandenen Wasserwegsamkeiten aufgeweitet und dauerhaft offen gehalten werden.

Das Forschungsprojekt gliedert sich in Phasen der Datenauswertung und der operativen Arbeiten am Bohrloch. Während der gesamten Arbeiten vor Ort wird die Region über ein seismisches Monitoringnetzwerk großräumig auf Indizien für Erschütterungen überwacht. Wie der Kreisbote in seiner Ausgabe vom 15.02.2013 berichtete, würden durch den Projektbetreiber Exorka und die Geysir Europe zur größtmöglichen Sicherheit auch die Höhenpunkte im Ort eingemessen, um angemessen auf etwaige Oberflächenveränderungen reagieren zu können. Der Geschäftsführer Curd Bems verwies in seinem Interview auf den bedeutsamen Charakter des Forschungsprojekts für die tiefengeothermische Energiegewinnung aus gering durchlässigen Teifengrundwasserleitern, sollten die hydraulischen Maßnahmen erfolgreich sein.

Vor Ort sehen kritische Vertreter das Projekt mit Skepsis. Sie befürchten, dass bei dem Verfahren zur hydraulischen Stimulation, genauso wie im Fracking-Verfahren zur Erdöl- und Erdgasgewinnung, mit hochgiftigen Chemikalien gearbeitet wird, die das Tiefenwasser kontaminieren. Zudem besteht Besorgnis vor Erschütterungen und Gebäudeschäden. Sowohl das Bergamt Südbayern als auch der Projektbetreiber verwiesen darauf, dass die hydraulische Stimulation nicht mit dem stark umstrittenen Fracking-Verfahren gleichzusetzen ist. Giftige Stoffe werden nicht eingesetzt.

Das Projekt befindet sich momentan im Genehmigungsverfahren zum Hauptbetriebsplan, das bis Ende Februar unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt wurde. (sv)

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