Neue Erkundung in Groß-Schönebeck

28.02.2017 | Forschung | Sabine Volland
Geothermiebohrung in Bayern

Im Forschungslabor Groß Schönebeck wird der Untergrund über eine 3D-Seismik neu erkundet. Eine dritte Bohrung soll die Förderschwierigkeiten der bereits ausgebauten Dublette deutlich verbessern.

Seit 2006 besteht in Groß Schönebeck eine Dublette aus zwei bis in 4.400 Meter abgeteuften Geothermiebohrungen, mit denen einstmals ein Kraftwerk betrieben werden sollte. Aufgrund sehr geringer Schüttungsraten war dies bislang nicht möglich, so der RBB in seinem Artikel von letzter Woche. Aber seit Mitte Februar wird um die Geothermie-Forschungsplattform Groß Schönebeck des Deutschen GeoForschungsZentrums Helmholtz-Zentrum Potsdam (GFZ) der Untergrund mit einer 3D-Seismik auf einer Fläche von insgesamt 64 km² neu untersucht, um die Strukturen des geothermischen Reservoirs genauer aufzuklären, heißt es in einer Presseerklärung des GFZs.

Die thermischen Bedingungen wären mit einer Reservoirtemperatur von 150 Grad Celsius optimal für den Betrieb, jedoch erschweren die wasserchemischen Bedingungen in der Tiefe die ohnehin schon bescheidene Förderrate. Nun wurde das Konzept zur kommerziellen Nutzung der Anlage neu durchdacht. Eine dritte Bohrung soll die Standzeit des Wassers in den anstehenden kupferhaltigen Gesteinslagen verkürzen. Dadurch würde eine schnelle Förderung des Wassers möglich, was eine Zusinterung der Leitungen reduzieren oder ganz vermeiden könnte.

Wann die dritte Bohrung genau kommen soll, steht noch nicht fest. Mit den ersten Bildern der 3D-Seismik wird bereits in diesem Herbst gerechnet.

Quelle:

RBB, GFZ