Pläne für den Bau des ersten geothermischen Kraftwerkes Tschechiens

10.03.2009 | Internationale Projekte | Enerchange
Geothermiebohrung in Bayern

ČEZ, der größte Energieversorger Tschechiens, plant den Bau eines geothermischen Kraftwerkes in Liberec, Nordböhmen. Vorerst soll mit einer Probebohrung die geologische Eignung des Standortes geprüft werden. Wenn sich die Bedingungen als günstig erweisen, wird das geplante Kraftwerk etwa die Hälfte des Strom- und Wärmebedarfs der Stadt Liberec abdecken können.

Schätzungen zufolge ist die geothermische Wärme ausreichend um einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage über einen Zeitraum von 20 – 40 Jahren zu gewährleisten.Insgesamt würde das Kraftwerk nur 0,3% der gesamten Energieproduktion Tschechiens beitragen. Aber es stellt einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung dar, um den von der Europäischen Kommission im Januar 2008 festgelegten Anteil von 13% erneuerbaren Energien an der Stromproduktion im Jahr 2020 zu erreichen. Da die Kapazitäten für Wasserkraft ausgeschöpft sind, muss sich das Land auch andere Ressourcen zu Nutze machen und will dabei vor allem die Windkraft und Geothermie ausbauen.

Eine endgültige Entscheidung, ob die Anlage gebaut werden kann, wird es erst nach Auswertung der Probebohrung geben. Nach Angabe von Eva Nováková, Sprecherin von ČEZ, könnte ein vollständiges geologisches Gutachten insgesamt vier Jahre dauern.