Kontakt
Geothermie Gräfelfing GmbH & Co. KG
Freihamer Straße 2
82166 Gräfelfing
Telefon: (089) 3899 8711
E-Mail: info [at] geothermie-graefelfing.de
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Schon 2009 wurde mittels reflexionsseismischer Messungen der tiefe Untergrund in Gräfelfing und Planegg bis zu einer Tefe von 4.000 Metern untersucht. Der ursprüngliche Konzessionsinhaber zog sich 2016 aus dem Projekt zurück und die Gemeinde Gräfelfing übernahm sowohl die Rechte für die Aufsuchung als auch die gewonnenen Geodaten. 2017 überprüften das Leibnitz-Institut für angewandte Geophysik (LIAG) und die DMT GmbH & Co. KG diese Daten und bewerteten sie positiv hinsichtlich Thermalwasservorkommnissen.
Eine Marktanalyse ergab 2017, dass sich eine Mehrheit der Bevölkerung einen Anschluss an ein geothermisches Fernwärmenetz wünscht. Es folgte ein Beschluss im Gräfelfinger Gemeinderat, Geothermie als Quelle für ein örtliches Fernwärmenetz erschließen zu wollen. 2018 startete das EU-weite Verfahren zur Auswahl eines geeigneten Generalunternehmers bzw. Konzessionärs. Drei Jahre später wurde mit der Silenos Energy ein Partner gefunden, der seine Erfahrungen aus anderen Geothermie-Projekten einbringen sollte.
Im Juli 2022 wurde die Gründung der Geothermie Gräfelfing GmbH & Co. KG bekanntgegeben. Beteiligt war mit 51 Prozent die gemeindeeigene Fernwärmenetz Gräfelfing GmbH und mit 49 Prozent die STRABAG-Tochter Silenos Energy. Die Partnerschaft endete aber schon nach drei Jahren. Die Anteile von Silenos an der Geothermie Gräfelfing GmbH & Co. KG wurden im Juni 2025 an die Fernwärmenetz Gräfelfing GmbH übertragen. Ein einstimmiger Beschluss des Gemeinderates bekräftigte die Entscheidung, das Geothermie-Projekt zu 100 Prozent in kommunaler Hand fortzuführen. Zu den Hintergründen der Trennung hatte es geheißen, dass die Gemeinde Gräfelfing das Projekt ohne einen privat finanzierten Anteil günstiger finanzieren kann als dies gemeinsam mit Silenos möglich sei.
Die Zulassung des Hauptbetriebsplans durch das Bergamt Südbayern erfolgte bereits im Januar 2024. Der Standort der zukünftigen Geothermie-Anlage befindet sich nördlich der Würmtalstraße und westlich des Neurieder Wegs. Dort sind zwei Tiefbohrungen geplant. Der Zielhorizont ist Kalkstein des Malms oder Oberjura. Erwartet werden Temperaturen von rund 100 Grad Celsius in einer Tiefe von rund 2.900 Metern. Der Bohrplatzbau soll nun im Jahr 2026 beginnen.