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Ismaning

Erlaubnisfelder im Nordosten von München, Quelle: http://wvi.ismaning.de
www.wvi.ismaning.de
Status: 
in Betrieb
TH 1 in m (MD): 
2.738
TH 2 in m (MD): 
4.032
Nutzungsart: 
Hydrothermal, Dublette
Temperatur in °C: 
75
Förderrate in L/s: 
85
Mineralisation in mg/L: 
700
Zielnutzhorizont: 
Malmkarst
Installierte thermische Leistung in MW: 
ca. 10
Quelle(n): 

Die 15.000 Einwohner-Gemeinde Ismaning liegt nördlich von München, umgeben von bereits erfolgreich laufenden Geothermie-Projekten in Garching, Unterföhring und Aschheim-Feldkirch-Kirchheim. Lange hat der Gemeinderat gezögert, bis er sich am 17. März 2011 dazu entschied, den guten Beispielen seiner Nachbarn zu folgen und die Energiewende mit einem ehrgeizigen Plan auch in Ismaning voranzutreiben.

Bereits 6 Monate nach dem positiven Beschluss wurde mit den Vorbereitungen der Bohrarbeiten, auf dem 34 Quadratkilometer großen Erlaubnisfeld Ismaning, an der Mayerbacherstraße begonnen. Im April 2012 begannen die Bohrarbeiten. Die erste Bohrung erreichte nach ca. 2 Monaten eine Tiefe von 2.195 Metern (TVD). Mit einer Förderrate von über 75 Litern pro Sekunde im Airliftverfahren wurden die Erwartungen übertroffen, jedoch lag die Temperatur des Tiefengrundwassers mit 67 Grad Celsius weit unter dem erhofften Wert von 80 Grad Celsius. Aus diesem Grund wurde entschieden, in der hydrothermalen Dublette die erste Bohrung als Reinjektionsbohrung zu verwenden. Als Ursache für die geringe Temperatur wird eine Temperatur-Anomalie im Untergrund vermutet.

Die zweite Bohrung wurde Anfang Juli 2012 niedergebracht und erreichte im September 2012 eine Tiefe von 1.906 Metern (TVD). Mit Hilfe eines Kurzzeit-Pumpversuchs wurde eine Temperatur von über 75 Grad Celsius und eine Förderrate von 85 Litern pro Sekunde ermittelt. Damit wurden die Erwartungen erheblich überschritten. Diese Bohrung wird nun als Förderbohrung genutzt. Mittlerweile ist die Temperatur des Tiefengrundwassers auf 78 Grad Celsius angestiegen, wodurch das Fernwärmenetz mit 76 Grad Celsius betrieben werden kann und keine weitere Zuheizung notwendig ist.

Da beide Bohrungen im Abstand von nur 7,5 Metern vom gleichen Bohrplatz aus niedergebracht wurden, mussten sie untertage durch Richtbohrtechnik in unterschiedliche Richtungen abgelenkt werden. Die erste Bohrung wurde nach Osten, die zweite nach Südwest abgelenkt.

Parallel zu den Bohrarbeiten wurde ab Mai 2012 mit dem Ausbau des Fernwärmenetzes begonnen, das Ende 2012 eine Länge von nahezu neun Kilometern erreichte. Der sukzessive Ausbau ist auch für die nächsten Jahre geplant, so dass am Ende ganz Ismaning mit geothermischer Wärme versorgt werden kann. Im Endausbau wird das Fernwärmenetz voraussichtlich eine Länge von 50 Kilometern haben.

Seit November 2012 ist auch die Geothermie-Anlage betriebsbereit. Auf dem Geothermie-Gelände befinden sich Plattenwärmetauscher und ein mobiler 5-Megawatt-Heizcontainer, der die erforderliche Spitzenlast sowie die optimale Versorgungssicherheit im Falle von Störungen und Wartungsarbeiten garantieren soll. Mit dieser vorläufigen Konstruktion war eine planmäßige Wärmeversorgung der ersten Kunden zu Beginn der Heizperiode 2012/2013 möglich. Nach der Fertigstellung der Anlage sollen rund 7,2 Megawatt thermischer Anschlussleistung zur Verfügung stehen. Zudem wird eine geothermische Wärmeerzeugung bis zu 53 Gigawattstunden pro Jahr prognostiziert.

Das Geothermie-Projekt wird von der Wärmeversorgung Ismaning GmbH & Co. KG (WVI) betrieben, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Gemeinde Ismaning. Für den Betreiber ist eine zeitnahe und transparente Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern außerordentlich wichtig. Aus diesem Grund informiert die WVI regelmäßig über den Stand der Bauarbeiten am Geothermie-Projekt. Die Informationen werden der interessierten Öffentlichkeit über die eigene Internetseite, über das Newsletter “WVI aktuell“ sowie in jährlichen Informationsveranstaltungen zur Verfügung gestellt. Zudem wurde im Februar 2012 ein “Geothermie-Haus“ eröffnet, das als Anlaufstelle für alle möglichen Fragen rund um das Geothermie-Projekt dient.

Im Jahr 2012 waren 280 Anschlüsse von Privatkunden, Gewerbebetrieben und öffentlichen Einrichtungen an das Fernwärmenetz vorgesehen. Tatsächlich wurden aber nur 45 Prozent des geplanten Gesamtpotentials vertraglich abgeschlossen. Dennoch ist der Betreiber mehr als zufrieden. Insgesamt werden von diesen Kunden über 8.000 Megawattstunden Wärme pro Jahr bezogen.

Das Investitionsvolumen des Geothermie-Projekts im Endausbau soll rund 71,6 Millionen Euro betragen. Für Bohrkosten wurden über 18 Millionen Euro eingeplant und für den Bau des Fernwärmenetzes sind knapp 41 Millionen Euro vorgesehen. Finanziert wird das ganze durch Eigenkapital der Gemeinde sowie Fremdkapital.

Kontakt: 

Wärmeversorgung Ismaning GmbH & Co. KG
Schloßstraße 2
85737 Ismaning

Telefon:  089 / 960 900-167
Fax:  089 / 960 900-367

eMail: ahobmeier [at] ismaning [dot] de

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