Rupertiwinkel

Projektgebiet:
Bohrung im Projekt Rupertiwinkel
Status
ruhend

Kontakt

Geothermie Rupertiwinkel GmbH
Marcel-Breuer-Straße 15
80807 München
E-Mail: infogtr [at] marubeni-edg.com
 

Quelle(n)

Nachrichten zum Projekt

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Im oberbayerischen Landkreis Traunstein hat der japanische Mischkonzern Marubeni ein Tiefengeothermie-Projekt übernommen. Mehrfach wechselten zuvor die beteiligten Investoren. Die Bohr- und Testarbeiten an der ersten Bohrung wurden im Sommer 2021 abgeschlossen. Doch die Bohrung erfüllte nicht die Erwartungen, dass dass das Geothermie-Projekt nicht wie geplant realisiert werden kann.

Das Geothermieprojekt im Südosten Bayerns hat eine lange Vorgeschichte. Bereits im Mai 2009 hatte sich der Projektentwickler Geoenergie Bayern das Aufsuchungsrecht für den Claim „Rupertiwinkel“ gesichert, den im Aufsuchungsgebiet liegenden Gemeinden Kirchanschöring und Laufen jedoch erst im Sommer 2011 eine Mitteilung darüber gemacht. Nach dem Antrag auf Grunderwerb im März 2012 geschah lange nichts mehr.

Im Juni 2014 gab die Geoenergie Bayern den Claim „Rupertiwinkel“ wieder an das Bergamt zurück. Statt ihrer wollte nun die Salzburg AG gemeinsam mit den Stadtwerken München und den Anliegergemeinden in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit das Tiefengeothermie-Projekt auf den Weg bringen. Die Planungen sahen Bohrungen bis in 5.000 Meter Tiefe vor, um das geothermische Reservoir zu erschließen. Während die Stadtwerke München großes Interesse an der Stromproduktion signalisiert hatten, konzentrierte sich die Salzburg AG auf die Wärmeversorgung für den Großraum Salzburg.

Im März 2015 unterzeichneten die Gemeinde Kirchanschöring und die Stadt Laufen die Verträge mit der Salzburg AG und gaben damit grünes Licht für die Realisierung eines Geothermieprojekts auf ihren Gemeindeflächen. Neben regenerativer Wärme freuten sich die beiden kommunalen Partner auch auf die Gewerbesteuer.

Im Februar 2016 verkündete die Salzburg AG bei einer Stadtratssitzung in Laufen überraschend ihren Rückzug aus dem Projekt. Als Grund gab sie die mangelnde Wirtschaftlichkeit aufgrund drastisch gefallener Gaspreise im Vorjahr an. Eine Projektentwicklung weiterzuverfolgen, die bis zu 100 Millionen Euro benötigen würde, sei nicht mehr darstellbar.

Fast drei Jahre lagen die Pläne brach, bis 2019 mit dem japanischen Unternehmen Marubeni ein neuer Partner präsentiert wurde. Der Konzern ist kein reiner Finanzinvestor, sondern baut und betreibt neben vielen anderen Geschäftsfeldern auch Kraftwerke. Drei Geothermie-Kraftwerke hat der Konzern bereits im Portfolio. Marubeni ist Gesellschafter der Geothermie Rupertiwinkel GmbH, ebenso die beiden Kommunen Kirchanschöring und Laufen. Auch die Salzburg AG ist weiterhin beteiligt.

Primär sollte die Anlage auf die geothermische Stromerzeugung abzielen, die Nutzung von geothermaler Wärme in allen Temperaturbereichen sollte aber gleichzeitig möglich sein. Neben der Fernwärmeversorgung für die Haushalte der Gemeinden Kirchanschöring und Laufen sollte auch Hochtemperaturwärme von 120 Grad Celsius für gewerbliche Anwendungen zur Verfügung stehen. 

Im Juli 2021 wurde das Projekt gestoppt, weil die erste Bohrung nicht die Erwartungen erfüllte. Man sei zwar auf hohe Temperaturen gestoßen, aber auf viel zu wenig Wasser aufgrund zu geringer Gesteinsdurchlässigkeit. Der Bohrplatz soll vorerst erhalten bleiben. Man hofft für die Zukunft auf weitere Optionen, um eine geothermische Nutzung möglich zu machen.