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Praxisforum Geothermie.Bayern: Eine Bühne für das Zentrum der tiefen Geothermie in Deutschland

Thema im Fokus: 
10 | 2013

Bayern bekommt seine erste große Geothermieveranstaltung: Vom 7. bis 9. Oktober 2013 findet im Haus der Wirtschaft in München erstmals das Praxisforum Geothermie.Bayern statt. Das jetzt veröffentlichte Programm zeigt den Umfang des bereits angesammelten Know-hows und spiegelt die vielfältigen Themen in einem Bundesland wider, in dem schon jetzt 25 Anlagen in Betrieb oder in Bau sind. Das bayerische Wirtschaftsministerium hat die Schirmherrschaft übernommen und unterstreicht damit die Bedeutung der tiefen Geothermie für Bayern und seine zukünftige Energieversorgung. „Neben der Zunahme von kommunalen Wärmeprojekten zeigt der verstärkte Ausbau von stromgeführten KWK-Projekten in der tiefen Geothermie, wie wichtig diese Energieressource für den grundlastfähigen Teil des bayerischen Energiekonzepts ist“, so der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil zur Bedeutung dieser Erneuerbaren Energie für sein Bundesland.

Den Auftakt der des Praxisforums bildet ein Workshop zu Pumpen in der tiefengeothermischen Strom- und Wärmeproduktion - und damit zum Herzstück jeder geothermischen Anlage. Während im ersten Teil des Workshops Vorträge zum Beispiel von Christoph Harden von Harden Schaden-Support oder Bernd Kapp von Geoenergie Bayern im Vordergrund stehen, soll der zweite Teil eher diskursiv gestaltet werden: Den Akteuren der Branche soll Gelegenheit gegeben werden, mit den wichtigsten Herstellern der Pumpen über die aktuellen Probleme der Bauteile zu sprechen, die einige Projekte im Molassebecken zurückwerfen. Eingeladen sind Vertreter von Centrilift, Canadian Advanced, Flowserve und Schlumberger Artificial Lift. Seine Expertise ebenfalls mit einbringen wird Jack Frost von der Frost Consulting Group. Mit seiner rund 30-jährigen Erfahrung ist Frost einer der weltweit führenden Experten und Berater für die Auslegung und Installation von Pumpen in Geothermiekraftwerken.

 

Foren zu Wärme, Strom, Finanzierung, Akzeptanz und Reservoir

Der Hauptveranstaltungstag des Praxisforums ist Dienstag, der 8. Oktober 2013. Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Josef Neiß vom bayerischen Wirtschaftsministerium und zwei Impulsvorträgen startet ein Diskussionsforum speziell zur geothermischen Wärmenutzung, in dem unter anderem Helmut Eichinger von der BMW Group über den Nutzen saisonaler Wärmespeicher für die Industrie berichtet und Peter Lohr von Geovol vorstellt, wie tiefe Geothermie in Unterföhring zukünftig auch zur Kältegewinnung genutzt werden kann. Möglich wird dies durch eine weitere Dublette, mit der die Leistung der Anlage erheblich ausgebaut werden kann.

Parallel zum Wärme-Forum findet das Forum „Geothermische Stromproduktion - Lessons learned“ statt. Dabei wird der aktuelle Stand in den Projekten Kirchstockach und Dürrnhaar sowie der Anlage in Unterhaching beleuchtet. Zudem wird auf zehn Jahre Know-how mit der Produktion von Strom und Wärme aus geothermischer Energie im österreichischen Altheim zurück geblickt. Vor dem Hintergrund der jahrelangen Betriebserfahrungen sollen in diesem Forum sowohl Erfolge als auch Schwierigkeiten der stromproduzierenden Anlagen diskutiert werden. Benjamin Richter von der Nürnberger Beratungsfirma Rödl & Partner wünscht sich, dass die Branche darauf aufbaut: „Bayern zeigt, dass die Tiefengeothermie eine funktionierende Energietechnologie ist: Bereits seit 2009 wird hier grundlastfähiger Strom aus Tiefengeothermie produziert. Der nächste Schritt muss sein, die gesammelten Erfahrungen zu nutzen und diese steuerbare und ständig verfügbare Energieform deutlich auszubauen.“

Interessant insbesondere für Projektentwickler ist der Vortrag, der direkt nach dem Mittagessen auf die Teilnehmer wartet: Hier wird Bergdirektor Rainer Zimmer vom bayerischen Wirtschaftsministerium über die Erfahrungen seiner Behörde mit Genehmigungen und der Vergabe von Geothermiekonzessionen in Bayern berichten.

Im Anschluss sind drei parallele Diskussionsforen vorgesehen: Eines davon thematisiert die Frage, inwieweit sich Geothermieprojekte in Bayern als Investment eignen und wie eine Finanzierung durch Banken, institutionelle Investoren oder auch Privatanleger gelingen kann. Hierzu sind Sebastian Schmädicke von der BayernLB, Thomas Engelmann von Allianz Global Investors und Eberhard Mangold vom Steinbeis Transferzentrum als Redner geladen. Zudem wird – vor dem Hintergrund der dann vorliegenden Ergebnisse der Bundestagswahl – auf die Perspektive des EEG eingegangen.

Im parallel laufenden Forum IV stehen Akzeptanz und Bürgerbeteiligung bei Geothermieprojekten im Vordergrund. Nicht ohne Grund, denn häufig zeigen sich Bürger über den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien mit Anlagen direkt vor ihrer Haustür verunsichert. Neben Bernhard Gubo vom Projektentwickler Geoenergie Bayern, der über seine Erfahrungen im Umgang mit der Bevölkerung berichtet, und Dr. Lasse Wallquist von der Stiftung Risiko-Dialog, der den Beteiligungsprozess beim Geothermieprojekt in Groß-Gerau vorstellt, wird mit Ulrich Werwigk von der Bürgerinitiative Laufzorn auch ein Vertreter der kritischen Bürgerschaft zu Wort kommen.

Im dritten Forum des Nachmittags werden von verschiedenen Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft neue Perspektiven für die Feldes- und Reservoirentwicklung diskutiert.

 

Plattform im Umfeld zahlreicher Geothermieanlagen

Am Mittwoch, den 9. Oktober 2013, schließt das Praxisforum Geothermie.Bayern mit einer Exkursion zum Geothermiekraftwerk Unterhaching und voraussichtlich zum Projekt von Enex Power Germany in Geretsried im Süden von München.

Der Tagungsort in der Hauptstadt Bayerns ist mit Bedacht gewählt: In keiner anderen Region in Deutschland sind so viele Geothermieanlagen in Betrieb oder in Bau wie in Bayern. Anlagen wie in Unterföhring, Erding, Aschheim oder Unterhaching laufen schon seit Jahren und liefern verlässlich erneuerbare Wärme - im Fall von Unterhaching auch Strom. In ihrem Energiekonzept hatte die sich Staatsregierung eindeutig zur Nutzung der Geothermie bekannt und fordert den weiteren Ausbau: „Das wirtschaftliche und umweltverträgliche Tiefengeothermie-Potenzial Bayerns soll vollständig ausgeschöpft werden. [...] Die geothermische Wärme- und Stromproduktion soll vorangetrieben werden, wodurch mittelfristig bis zu rund ein Prozent des bayerischen Wärme- und Strombedarfs gedeckt werden kann.“

Das Praxisforum Geothermie.Bayern wird vom Wirtschaftsforum Geothermie und vom GtV-Bundesverband Geothermie unterstützt. Weitere Kooperationspartner sind die Technische Universität München mit den Lehrstühlen für Ingenieurgeologie und Hydrogeologie, Bayern Innovativ und das Bayerische Energie-Forum. Zudem konnten zahlreiche Medienpartner gewonnen werden. Veranstalter ist die Agentur Enerchange.

Bei Anmeldung bis 8. August sind die Teilnehmerpreise um zehn Prozent reduziert. Vertreter von Behörden, Kommunen und Studenten erhalten für den Hauptveranstaltungstag zudem 50 Prozent Rabatt. Alle Informationen zur neuen Veranstaltung sowie die Möglichkeit, sich online anzumelden finden sich unter www.praxisforum-geothermie-bayern.de.

(mb)

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