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GeneSys: Trotz Projektstopp wichtige Erkenntnisse für die tiefe Geothermie

28. September 2012

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) wird das GeneSys-Projekt in Hannover vorerst nicht weiter verfolgen, wie sie gestern in einer Pressemeldung mitteilte.

Das Projekt Genesys (Interview mit Dr. Peter Gerling) war ins Schlingern geraten, als nach einem erfolgreichen Wasser-Frac im Frühjahr 2011 Salzausfällungen bei der Rückförderung des heißen Wassers das Bohrloch in einer Tiefe von circa 650 Meter verstopft hatten (weitere Informationen in der Meldung vom 13.12.2012). „Dadurch sind eine Wasserzirkulation und die angestrebte Beheizung des Geozentrums Hannover mit seinen mehr als 1.000 Mitarbeitern und zahlreichen Laboren derzeit nicht möglich“, so die BGR in der Pressemitteilung.

Nach den Salzausfällungen hatte die BGR drei Optionen geprüft, wie mit dem Projekt weiter verfahren werden soll: Das Bohrloch komplett verfüllen, einen Umbau zu einer tiefen Erdwärmesonde oder die Bohrung für weitere Forschung offen zu halten. Der Umbau zur Erdwärmesonde schied aus, weil mit den derzeitigen technologischen Möglichkeiten nur etwa 20 bis 25% der im Geozentrum benötigten Wärmemenge bereitgestellt werden könnte. Daher ist nun geplant die Bohrung für zukünftige Tests, Messungen und Untersuchungen offen zu halten, um später doch noch eine wirtschaftliche Nutzung des Bohrloches infolge Technologiefortschritts zu ermöglichen. „Wir haben unser Hauptziel, das GZH geothermisch zu beheizen, nicht erreicht, jedoch ist dies für die Zukunft nicht auszuschließen“, so BGR-Präsident Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel.

Nach Einschätzung des BGR hat das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Projekt in jedem Fall wichtige Erkenntnisse über die mögliche geothermische Nutzung von Sedimentgesteinen des Norddeutschen Beckens gebracht. „Das für Norddeutschland richtungsweisende Projekt stellt mit dem Einbohrlochkonzept bis in eine Tiefe von 3.901 Meter einen wichtigen wissenschaftlich-technischen Schritt für zukünftige tiefengeothermische Vorhaben dar“, so die BGR. Für die deutsche Forschung und Entwicklung sei das Pilotprojekt daher eine notwendige und erfolgreiche Investition gewesen. Die Gesamtkosten für das Projekt betrugen etwa 20 Mio. Euro. (mb)

Quelle: Pressemitteilung der BGR

Im Rahmen der 5. Norddeutschen Geothermietagung wird einer der an dem Projekt beteiligten Experten, Dr. Johannes Peter Gerling, über die Erfahrungen mit GeneSys berichten und daraus Lehren für die Geothermie im Norddeutschen Becken ableiten. Hier finden Sie das Programm und die Möglichkeit sich online anzumelden.

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