Geothermie-Bohrung in Italien erreicht Supervulkan

01.07.2020 | Forschung | Elke Zimmermann
Standardbild News Tiefe Geothermie

Bei Neapel dringt durch eine Geothermie-Bohrung heißer Dampf unkontrolliert an die Oberfläche.

Entgasung im Vulkankrater in Pozzuoli (c) EnerchangeNahe der Stadt Pozzuoli bei Neapel, die in der Region der Phlegräischen Felder liegt, erreichte eine Geothermie-Bohrung Anfang Juni einen Supervulkan. Seither dringt unkontrolliert heißer Dampf an die Oberfläche. Bei der Bohrung handelte es sich um eine Probebohrung die im Rahmen des GEOGRID Forschungsprojekts abgeteuft wurde.

Laut Wetteronline.ch stieg bereits kurz nach Beginn der Bohrung Dampf auf. Daraufhin wurde das Bohrprojekt unterbrochen. Versuche das Loch wieder zu schliessen sind bisher nicht gelungen.

Am 14. Juni wurde die Bohrstelle von Vulkanologen des italienischen Forschungsinstituts  INGV Vulcani auf Bitten des lokalen und nationalen Katastrophenschutzes untersucht. Eine schwarze Schicht von Auswurfmaterial hat sich um das Bohrloch herum gebildet.

Die Zeitung „Il Matino“ schreibt, dass die Bevölkerung besorgt ist es könnten sich schädliche Substanzen in dem austretenden Dampf befinden. „Seit Tagen sind wir gezwungen, neben einem intensiven Brennen in der Kehle auch einen starken Schwefelgeruch ertragen zu müssen.“, wird ein Mitglied einer lokalen Bürgerbewegung zitiert.

Konsequenzen der fehlgeschlagenen Bohrung noch unklar

Wie Il Mattino weiter berichtet wird die chemische Zusammensetzung der Flüssigkeiten und Gase von der Vesuv-Forschungsstation überprüft. Ziel ist es festzustellen, ob das Gleichgewicht des hydrothermalen Systems durch das Niederbringen der Bohrung gestört wurde.

Die Konsequenzen die sich aus dem Bohrprojekt ergeben sind derzeit allerdings noch nicht klar. Jedoch werden katastrophale Konsequenzen als unwahrscheinlich angesehen, aufgrund der geringen Tiefe des Bohrlochs.

Sollte das Loch nicht mehr geschlossen werden können, müssen sich die Anwohner eventuell auf ein Leben mit gesundheitsschädlichen Dämpfen einstellen.

Quelle:

nau.ch; wetteronline.ch; ilmatino.it

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