Header Informationsportal Tiefe Geothermie

Geothermisches Mega-Kraftwerk in Österreich geplant

20. Mai 2011

Durch ein Tiefenkraftwerk wollen österreichische Wissenschaftler zwei bis drei Gigawatt elektrische Leistung und zusätzliche Wärmeleistung gewinnen, um zwei bis drei Atomkraftblöcken ersetzen zu können.

Das Projekt Ehoch10 soll mit in Österreich erzeugter Energie Energielücken schließen. Universitätsprofessor Wolfgang Samhaber arbeitet mit Kollegen der Technischen Universitäten Wien und Graz sowie der Montanuniversität Leoben an dem Projekt. Ehoch10 will die Wärme in 5.500 bis 6.500 Metern Tiefe mit Temperaturen an die 200 Grad Celsius nutzen. Dabei soll Wasser in einem dichten Netz via Sonden erwärmt werden und verdampfen. Dieser Dampf treibt an der Oberfläche Turbinen und Generatoren an, und wird in rund zwei bis drei Gigawatt elektrische Leistung ungewandelt werden. Zusätzlich würden sieben bis acht Gigawatt Wärme zur Verfügung stehen.

Das Team, bestehend aus ARGE E^10, ste.p Ingenieurbüro, TU-Graz, TU-Wien, MU-Leoben, BoKu Wien, AIT Seibersdorf, JKU-Linz, Thyssen Schachtbau und Herrenknecht, arbeitet derzeit an einer Machbarkeitsstudie und einer Kostenrechnung. „Dann müssten rasch politische Entscheidungen getroffen werden, denn es handelt sich um ein Projekt mit 20 bis 30 Jahren Realisierungszeitraum, etwa wie beim Brenner-Basistunnel“, so Samhaber. „Wir pressen aber nichts in die Erde. Mit unserer Tiefenschachttechnik wäre das (Risiko von Erdbeben) kein Problem.“

In dem geplanten geothermischen Großkraftwerk erfolgt die Wärmegewinnung kontrolliert und kontinuierlich in einem geschlossenen Kreislauf mittels Bohrungen von einem bergmännisch aufgefahrenen Stollensystem in einer Teufe von 6.000 m. Dieser soll einen Durchmesser von 18 Metern haben und mit einer zentralen Infrastruktur ausgestattet sein. Das 3D-Sondenfeld dient der Wärmegewinnung. Zur Bewerkstelligung des Projektes mit den hohen Temperaturen und Gebirgsrücken arbeiten mehrere Fachdisziplinen interdisziplinär zusammen, um die Schachtbauweise mit 3D-Gebirgskollektoren als Wärmetauscher zu realisieren.

Die geschätzten Baukosten liegen bei 6 Mrd €, wobei mit Einnahmen von 10 Mrd € aus Strom und Wärme in 25 Jahren gerechnet wird. (va)

Quelle: www.ehoch10.at, www.nachrichten.at, wiley.com

Anzeigen

Thema im Fokus

5 | 2019
Welche Rolle kann und soll die Tiefengeothermie in einer CO2-freien Wärmeversorgung spielen? Und wie müssen heute die Weichen gestellt werden, damit ein Mix aus Erneuerbaren Energien so schnell wie möglich die Wärmewende in Städten und ländlichen Regionen einleitet? Benjamin Richter von der internationalen Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Rödl & Partner hat dazu das Konzeptpapier „Die Wärmezielscheibe – Wärmewende in Deutschland erfolgreich gestalten“ entwickelt. Für das aktuelle Thema im Fokus hat er dem Informationsportal Tiefe Geothermie ein Interview gegeben. ... mehr

Termine

« September 2019 »
MoDiMiDoFrSaSo
1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30

Auf einen Klick

Finden Sie die passende Firma

Unser Branchenverzeichnis bietet Ihnen über 250 Firmen und Organisationen aus der Tiefengeothermiebranche. 

Werben Sie zielgenau

Nutzen Sie das Informationsportal Tiefe Geothermie und werben Sie hier zielgenau für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistungen. Unsere Konditionen.

Finden Sie die passende Information

Mit unserem monatlich erscheinenden Newsletter oder RSS-Feed bleiben Sie stets über aktuelle Entwicklungen informiert. Jetzt abonnieren!