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Grünwald will die Geothermieanlage Unterhaching übernehmen

15. Dezember 2017

Der Gemeinderat der Gemeinde hat am Dienstag für den Kauf weiterer Anteile an der Geothermie Unterhaching Produktionsgesellschaft gestimmt. Heute verkündeten die Bürgermeister der beiden Gemeinden den Verkauf.

Ab 2018 soll nach der Entscheidung des Gemeinderates die Erdwärme Grünwald den bisherigen 50 Prozent Anteil an der Geothermie Unterhaching Produktionsgesellschaft auf 95 Prozent aufstocken. In der Süddeutschen Zeitung ist von 2,37 Millionen Euro Kosten für die Anteile die Rede. Das Leitungsnetz, das zu einer anderen Gesellschaft gehört, verbleibt im Besitz der Gemeinde Unterhaching.

Damit übernimmt die Erdwärme Grünwald auch fast das komplette Risiko der Anlage. Ein Teil dieses Risikos ist der geplante Abbau des Kalina-Kraftwerks, für den mehrere Millionen veranschlagt sind. Das Kraftwerk wurde im August dieses Jahres abgeschaltet, da wieder die Dichtungen erneuert werden mussten. Nach Informationen der Süddetuschen Zeitung lehnen beide Gemeinden jedoch Investitionen für eine Erneuerung ab. Die Stromproduktion läuft dann zukünftig ausschließlich im ORC-Kraftwerk in Laufzorn. Nach Angaben von Andreas Lederle, Geschäftsführer der Err+dwärme Gründwald gegenüber dem Merkur hatte die Anlage 2018 eine Verfügbarkeit von 98 Prozent. Eine Verbindungsleitung zwischen den beiden Anlagen wurde bereits vor Jahren gebaut.

Ein weiteres Problem ist das kalkhaltige Thermwasser, für das ein Inhibitor zwar entwicklet wurde, aber bisher der Nachweis der Wirksamkeit aussteht. Im Jahr 2016 war der Verlust der Geothermie Unterhaching Produktionsgesellschaft rund eine dreiviertel Million Euro.

Matthias Schröder von der FDP sieht darin jedoch keine Probleme, wie er gegenüber der Süddeutschen Zeitung betont: ""Es liegt ein schlüssiges Finanzkonzept vor, das zeigt, dass sich die Kosten in einigen Jahren amortisiert haben werden." Schröder hat zusammen mit der CSU Fraktion für den Kauf gestimmt. Er sieht in dem Kauf auch Vorteile für den Verbraucher: "Die gemeindeübergreifende Erkundung und Erschließung der Erdwärme bietet die Chancen, mittelfristig die Preise für den Endverbraucher günstiger zu gestalten", wird Schröder in der Süddeutschen Zeitung weiter zitiert. Er regt auch an dass sich mittelfristig weitere Gemeinden zusammenschließen sollten, bei dieser zukunftsträchtigen und CO₂ einsparenden Technologie. (js)

Quelle: 

Süddeutsche Zeitung: 1, 2, 3, 4

Merkur

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