Lebenszyklusanalyse eines bayerischen Geothermiekraftwerks

24.03.2021 | Erkundung & Analyse | Jochen Schneider
Focus on Geothermal: Florian Heberle

Eine aktuelle Studie evaluiert die wesentlichen Einflussfaktoren auf die Umweltbilanz eines Geothermiekraftwerks vom Bau bis zum Betrieb.

Jede Technologie und jede menschliche Aktivität hat Auswirkungen auf die Umwelt. Das gilt auch für erneuerbare, grüne Energieformen wie die Geothermie. Denn in Bezug auf die Umweltauswirkungen sind auch der Bau, der Betrieb und die Stilllegung von Geothermiekraftwerken mit dem Verbrauch von Material und Energie verbunden.

Lebenszyklusanalysen evaluieren vom Bau bis zum Betrieb

Lebenszyklusanalysen (LCA) helfen, diese Auswirkungen zu identifizieren und zu quantifizieren, um eine realistische Vergleichbarkeit auf verschiedenen Ebenen zu gewährleisten. Einige der schon durchgeführten Untersuchungen haben jedoch entweder nicht alle Einflussparameter explizit berücksichtigt oder die Studien sind nur theoretisch und basieren auf generischen Daten.

Einflussfaktoren auf die Umweltbilanz von Geothermiekraftwerken

In einer aktuellen Studie des Instituts für Angewandte Geowissenschaften am KIT, des Zentrums für Energietechnik (ZET) an der Universität Bayreuth sowie weiterer Forschungseinrichtungen wird das in Süddeutschland gelegene Kraftwerk Kirchstockach in einer umfassenden Lebenszyklusanalyse untersucht. Entsprechende Szenarien identifizieren die Verteilung des Energieverbrauchs während Bau und Betrieb sowie Leckagen der verwendeten Kältemittel als relevante Einflussfaktoren.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz von Kältemitteln mit geringem Treibhauspotenzial auch bei größeren Verlusten minimale Auswirkungen gewährleistet. Darüber hinaus kann das ressourcenschonende Bohren mit Strom anstelle von Diesel den Energiebedarf durch die spätere Stromerzeugung effektiv ausgleichen. Im Gegensatz dazu hat die Nutzung von Hilfsenergie aus einem von fossilen Quellen dominierten Stromnetz deutlich negative Auswirkungen auf die Umweltbilanz.

Florian Heberle vom Zentrums für Energietechnik (ZET) an der Universität Bayreuth stellte die Studie im englischsprachigen Webinar Focus on Geothermal am Freitag, 26.3.2021 vor.

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