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Unterhaching: Zweite Bohrung erfolgreich

5. Februar 2007

Das vorläufige Ergebnis der Fündigkeit übertrifft alle bisherigen Erwartungen.

Am 18.01.2007 wurde die zweite, 3.577 m tiefe Bohrung des Geothermieprojektes in Unterhaching bei München mit der Feststellung der Fündigkeit erfolgreich abgeschlossen. Die im Thermalwasser gemessene Temperatur liegt mit 127 °C deutlich über jener der ersten Tiefbohrung (123 °C). Auch die Schüttungsraten liegen nach Angaben des Projektbetreuers Rödl & Partner über dem Ergebnis der 150 l/s aus dem ersten Bohrloch. Die Datenauswertung wird im Laufe dieser Woche abgeschlossen werden. Nach den vorläufigen Ergebnissen kann die komplette Wassermenge aus der ersten Bohrung über die zweite ohne weiteren Pumpstromaufwand in die Erde zurückgeführt werden. Das wird Wirtschaftlichkeit des Projektes weiter erhöhen.

„Dies ist der Durchbruch für die Geothermie als alternative Energiequelle in Bayern“ erklärt Christian Schönwiesner-Bozkurt von Rödl & Partner, Leiter des Geothermieprojektes in Unterhaching. „Über 80 Städte, Gemeinden und Privatinvestoren, die vergleichbare Projekte planen, haben auf diesen Moment gewartet. Mit dem Erfolg der zweiten Bohrung ist der Beweis angetreten, dass das Molassebecken ein zuverlässiger Lieferant für die Energie- und Wärmeversorgung der Zukunft ist.“ Rödl & Partner rechnet allein in Bayern mit einem Investitionsvolumen von ca. 3,2 Milliarden Euro für die Geothermie in den kommenden Jahren.

Derzeit baut die SIEMENS AG in Unterhaching die erste und größte Kalina-Anlage zur Stromerzeugung aus geothermischer Energie in Deutschland. Das Siemens Kraftwerk wird voraussichtlich im Herbst 2007 ans Netz gehen. Bis zu 3,36 Megawatt elektrischer Energie können dann ins Stromnetz eingespeist werden. Diese Strommenge entspricht dem Verbrauch von rund 10.000 bundesdeutschen Durchschnittshaushalten. In Unterhaching wird damit das weltweit modernste Erdwärmekraftwerk entstehen, das im Niedertemperaturbereich unter 200°C arbeitet und wesentlich effizienter und somit wirtschaftlicher als bisher das vorhandene Heiß- oder Thermalwasser vor Ort in Energie umwandeln. 

Quelle: Geothermische Vereinigung e.V. - Bundesverband Geothermie (ag)

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