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Wien will zukünftig Geothermie zur Energieerzeugung nutzen

9. Juni 2018

In Österreichs Hauptstadt soll Energiegewinnung durch tiefe Geothermie eine größere Rolle spielen. Dazu untersucht das Projekt „GeoTiefWien“ mittels 2D- und 3D-Seismik das Erdwärmepotential, um mit den Ergebnissen über Geothermieprojekte zu entscheiden.

In Österreichs Hauptstadt Wien spielt Fernwärme eine große Rolle. Das Fernwärmenetz der Stadt hat insgesamt eine Länge von rund 1.200 Kilometern. Jährlich werden dafür fünf bis sechs Terrawattstunden thermische Energie erzeugt. Bislang wird ein Drittel aus Müllverbrennung und knapp zwei Drittel durch Kraft-Wärme-Kopplung oder Erdgas produziert. Der Anteil erneuerbarer Erzeugung bei Fernwärme soll zukünftig deutlich steigen, um auf lange Sicht unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden, so Rubesh Rezania von Wien Energie. Oberflächennahe und tiefe Geothermie können dazu einen wesentlichen Teil beitragen.

Basierend auf geologischen Studien wird davon ausgegangen, dass der Raum Wien und Umgebung über ein bedeutendes Potential aus tiefer Erdwärme verfügen. Unter anderen sprechen OMV-Tiefbohrungen aus den siebziger Jahren dafür, bei denen im östlichen Raum Wiens Thermalwasservorkommen entdeckt wurden. Die Therme Oberlaa in Wien ist ein weiteres Indiz für geothermisches Potenzial.

Im Osten Wiens wird bis 2020 in dem Projekt „GeoTiefWien“ die Geologie wissenschaftlich untersucht. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Bohrungen und Wärmegewinnung untersucht werden. 2D seismische Messungen fanden bereits im Februar und März 2017 statt. Die Auswertung einer ersten Erkundungsbohrung im Stadtteil Essling, im Osten Wiens hat ergeben, dass die Gesteinsschichten im Untergrund wesentlich komplexer als erwartet sind. Daher folgen nun im Herbst und Winter 2018/2019 3D seismische Messungen, die zusätzliche Informationen über den Untergrund und seine Beschaffenheit liefern sollen. Die möglichen Wärmepotentiale sollen umfassend erforscht werden und die Ergebnisse als solide Entscheidungsgrundlage für mögliche Geothermieprojekte in der Zukunft legen.  

Projektpartner von Wien Energie sind das Austrian Institute of Technology (AIT),  die Geologische Bundesanstalt Österreichs, Geo5, Heinemann Oil, die Monatanuniversität Leoben, OMV, RAG Austria AG, Universität Wien, Universität Salzburg und die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). (ez)

Quelle: 

report; geotiefwien.at;

 

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