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Genehmigungstrag für Hessens erstes Geothermiekraftwerk soll 2014 eingereicht werden

28. November 2013

Gestern hat das Überlandwerk Groß-Gerau (ÜWG) auf einer Pressekonferenz bestätigt, östlich der Gemeinde Trebur ein Geothermiekraftwerk bauen zu wollen. Den Bürgerdialog will die ÜWG weiter fortführen und den Anwohnern einen Geothermie-Sparbrief anbieten.

Maßgeblich für die Entscheidung der ÜWG, das Projekt weiter voranzutreiben, war das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung im Kreis Groß-Gerau, im Rahmen derer sich eine Mehrheit der Befragten für den Bau eines Geothermiekraftwerks aussprach. Im Jahr 2014 soll der Genehmigungsantrag beim Regierungspräsidium eingereicht werden. In den nächsten Wochen werden die dafür notwendigen Gutachten und Studien erstellt. Hierfür werden die Bohrung und die notwendige Infrastruktur für den Bohrplatz geplant. Außerdem wird ein vorläufiges Anlagenkonzept erarbeitet.

Der von der ÜWG gewählte Standort hat einen Kilometer Abstand zur nächsten Ortsrandgrenze und liegt außerhalb von Natur-, Wasser-, Artenschutz- oder Naherholungsgebieten. Er kann über die Landstraße L 3040 direkt erschlossen werden, so dass Baustellenverkehr während der Bauphase nicht durch Ortschaften geführt werden muss. Durch den großen Abstand zur Wohnbebauung können die gesetzlichen Lärmgrenzwerte unterschritten werden. ÜWG¬-Geschäftsführer Detlev Höhne wies darauf hin, dass damit bereits bei der Standortwahl wesentliche Forderungen der Bevölkerung erfüllt würden.

Nach Angaben der ÜWG könnte das Geothermiekraftwerk am Standort Trebur Strom und Wärme für mehr als 21.000 Menschen erzeugen. Der produzierte Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist, die Wärme – ausreichend für rund 400 Haushalte – soll ebenfalls vor Ort genutzt werden. Angrenzende Kunden in Trebur und Nauheim könnten über ein noch zu errichtendes Wärmenetz mit Heizenergie versorgt werden. Höhne erklärte, dass man die Errichtung eines Wärmenetzes prüfe und schon heute interessierte Bürger aufrufe, ihr Interesse zu signalisieren. Die Bürger sollen aber auch finanziell von dem Projekt profitieren: „Wir wollen einen Geothermie-Sparbrief anbieten, mit dem die Menschen das Geothermiekraftwerk unterstützen und gleichzeitig dafür eine attraktive Rendite erhalten. Denkbar ist auch eine direkte Beteiligung der Kommunen oder von einer Genossenschaft an der Kraftwerksgesellschaft“, so Höhne weiter.

Den Bürgerdialog zur Nutzung der Erdwärme im Kreis Groß-Gerau möchte die ÜWG fortführen. Hierfür wurde der Schweizer Stiftung Risiko-Dialog ein neues Mandat erteilt. „Sobald die notwendigen Planungsgrundlagen verfügbar sind, werden die Anlieger dazu eingeladen, an den lokalen Aspekten der Ausgestaltung des Projekts mitzuwirken. Geplant sind Workshops, mit dem Ziel ÜWG und die Anlieger zum Gespräch zusammenzubringen, um gemeinsam Wege zu einer für alle optimierten Realisierung der Erdwärmenutzung zu finden“, erklärte Matthias Holenstein, Geschäftsführer der Stiftung Risiko-Dialog. (mb)

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