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Geo-Energie Suisse stellt vier Schweizer Standorte für Pilotprojekte vor

19. März 2013

Peter Meier, Geschäftsführer der Geo-Energie Suisse AG, hat vier Standorte für Geothermie-Projekte in der Schweiz vorgestellt: Avenches im Kanton Waadt, Etzwilen im Kanton Thurgau, Haute-Sorne im Kanton Jura und die Region Sursee-Mittelland.

Wie es in einer Pressemitteilung heißt wurden die geologischen Voraussetzungen und die seismischen Risiken an den vier Standorten geprüft und als geeignet befunden. An mindestens einem der vier möglichen Standorte soll ein Pilotprojekt für ein petrothermales Goethermie-Stromkraftwerk entstehen. Die Projekte würden sich in der Vorprojektphase befinden und würden nun in den nächsten Monaten konkretisiert werden, heißt es weiter.

Die Geo-Energie Suisse AG, ein Zusammenschluss von sieben Schweizer Energieversorgern, plant bis 2020 mindestens ein Geothermiekraftwerk als Pilot- und Demonstrationsprojekt. In der Schweiz könnte bis 2050 etwa 30 Prozent des Schweizer Energiebedarfs mit Tiefengeothermie abgedeckt werden, rechnet das Unternehmen. In der Schweiz ist bis heute noch kein Kraftwerk am Netz.

"Die Bevölkerung der vier Standorte wurde bereits vor Ort gemeinsam mit Kantonen und Gemeinden über das Vorhaben informiert. In den vier Standorten sollen in den kommenden Monaten Begleitgruppen, bestehend aus Interessensvertretern der Gemeinden, kantonaler Behörden und Verbände, gebildet werden", erläutert Peter Meier das Vorgehen. Die Begleitgruppen dienten als Informationsplattform für technische Detailfragen und würden ermöglichen, Anliegen der Anspruchsgruppen frühzeitig zu prüfen und soweit möglich in die Planung zu integrieren. Die Akzeptanz der Bevölkerung sei ausschlaggebend, ob die Pilot- und Demonstrationsprojekte in den vier Standorten weiterverfolgt werden.

Die Tiefengeothermie erlitt mit dem Bohrprojekt in Basel einen herben Rückschlag. Meier erklärt, dass man dank dieser Erfahrung wertvolle Erkenntnisse erhalten habe und heute eine andere Stimuliertechnik, das sogenannte Multiriss-System anwende. Während beim Deep Heat Mining-Projekt in Basel vor fünf Jahren eine großflächige Stimulation des Untergrundes in einem Arbeitsgang erfolgte, wollen die Geothermie-Experten im Pilotprojekt horizontal in rund 4.500 Meter Tiefe mit dem sanfter wirkenden Multiriss-System 40 kleinere Wärmeaustauschflächen stimulieren. Damit erwarten die Projektverantwortlichen aufgrund von detaillierten Risikostudien lediglich leichte, schwach wahrnehmbare Erschütterungen, die im Gegensatz zu Basel mit großer Wahrscheinlichkeit keine Schäden verursachen.

Mittels seismischem Monitoring sollen während der geplanten Stimulationen die Erdbewegungen laufend überprüft werden, damit bei einer unerwarteten größeren Erschütterung die Stimulation sofort gestoppt werden könnte. Eine weitere wichtige Lehre von Basel ist, dass vor dem Projektstart Beweissicherungsmaßnahmen an empfindlichen Gebäuden vorgenommen werden und dass das Vorgehen zur Abwicklung von allfälligen Schäden schon im Rahmen der Baubewilligung festgelegt wird.

Dr. Peter Meier ist Referent auf der International Conference on EGS (ICEGS) am 27. Mai in Potsdam. Er wird unter dem Titel "From Basel to the Future" die Lessons Learned vom Baseler Projekt und das Stimulationskonzept für das Pilotprojekt vorstellen. Das Programm zur Veranstaltung finden Sie in Kürze auf www.icegs.eu. Hier geht es zur Anmeldung. Bis zum 31. März gilt der Frühbucherrabatt von zehn Prozent. (dw)

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