Gräfelfing will geothermische Wärme nutzen

09.01.2013 | Projekte | Jochen Schneider
Geothermiebohrung in Bayern

Das Projekt in Gräfelfing, im Südwesten von München, nimmt konkrete Formen an. Nach Informationen des Münchner Merkur plant die Gemeinde ein Fernwärmenetz und will es mit geothermischer Energie aus der geplanten Bohrung der Firma Trinkl versorgen.

Die Zusammenarbeit der Gemeinde mit der Firma Trinkl ist die Voraussetzung für die Verlängerung der bergrechtlichen Genehmigung, so wird das Bayerische Wirtschaftsministerium im Münchner Merkur zitiert. Erst damit würde nach Ansicht des Ministeriums auch sichergestellt, dass die Bohrungen tatsächlich in Angriff genommen werden. Weiterhin schreibt das Ministerium vor, mit dem Bohrplatzbau "baldmöglichst zu beginnen".

Die Gemeinde Gräfelfing setzt unter anderem auf tiefe Geothermie weil in einem Bürgerentscheid das geplante Biomasse-Heizwerk abgelehnt wurde. Für eine geothermische Wärmeversorgung steht noch die Einigung zwischen der Gemeinde und dem Bauunternehmen Trinkl über den Wärmepreis aus, aber nach Aussage des Bürgermeisters ist man in den Vorstellungen nicht mehr so weit voneinander entfernt.

Die Gemeinde will dann zügig das Fernwärmenetz ausbauen und die geplante Bohrstelle in der Nähe der Martinsrieder Straße anschließen. Dabei soll dann auch das Gewerbegebiet Steinkirchen eingebunden werden, da Großabnehmer eine tragende Rolle in der Wirschaftlichkeitsberechnung spielen. Für den Netzausbau wird mit Kosten von zehn bis zwölf Millionen Euro gerechnet, die zum Großteil fremdfinanzeirt werden sollen. Die Gemeinde selbst rechnet mit zwei bis drei Millionen Euro, die der Gemeindehaushalt während der nächsten drei Jahre aufbringen muss.

Mit einer geothermischen Wärmeversorgung wird dann ab 2014 gerechnet, sofern alles glatt läuft. Momentan werden die Bohrarbeiten ausgeschrieben, im Anschluss daran soll mit dem Bohrplatzbau begonnen werden.

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