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Holzkirchen hofft auf Hilfe aus Bayern

17. Januar 2014

Das Geothermie-Projekt Holzkirchen steht in den Startlöchern und könnte alsbald in die Umsetzung gehen. Doch die Fragen nach Versicherung und Zukunft des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) dämpfen die Hoffnung auf eine baldige umweltfreundliche Energieversorgung der Gemeinde.

Vor Jahren hatte die Gemeinde Holzkirchen mit den Vorarbeiten zu ihrem Geothermie-Projekt begonnen und dafür bereits mehrere Millionen Euro in die Voruntersuchungen investiert. Die Ergebnisse waren vielversprechend, alles war vorbereitet für einen zeitnahen Beginn der Bohrarbeiten. Doch als im vergangenen Sommer in der Nachbargemeinde Gelting die Bohrung des Geothermie-Projekts Geretsried nicht fündig war, schwand die Hoffnung auf eine baldige Umsetzung des Projekts Holzkirchen. Der Fall Geretsried belastete den Versicherer des Projekts Münchner Rück mit einem zweistelligen Millionenbetrag. Die einstige Zusage der Münchner Rück an die Gemeinde Holzkirchen, das Projekt zu versichern, geriet ins Wanken. Der Versicherer äußerte sich aufgrund der Nähe und Ähnlichkeit des Projekts Holzkirchen zu Geretsried zurückhaltend. Eine Fündigkeitsversicherung sei nur noch mit hohen Prämien möglich, sagte der Verantwortliche für die Geothermie der Gemeinde Holzkirchen, Albert Götz (sen.), dem Münchner Merkur. Für die Gemeinde ist das ein Schlag, denn damit schnellen die Kosten für eine Absicherung in die Höhe und gefährden die Wirtschaftlichkeit des Projekts. Diese ist gleichhin in Frage gestellt, sollte die angekündigte EEG-Reform der Bundesregierung zur Kürzung der Einspeisevergütung auch die Geothermie betreffen.

Der Bürgermeister der Gemeinde Holzkirchen, Josef Höß, sieht hier den Freistaat gefragt. Im Münchner Merkur appellierte er an die bayerische Staatsregierung. Eine große Hilfe wäre es für die Gemeinde, wenn der Freistaat bereit wäre, als Bürge für das Projekt zu stehen und somit das Fündigkeitsrisiko teilweise mitzutragen. Holzkirchen befindet sich in der besonderen Situation, dass die Gemeinde und die Bevölkerung geschlossen hinter dem Projekt stehen. Da der Freistaat den Ausbau der Windkraft vorerst gebremst hat, wäre es um so wichtiger, dass Bayern in der Umsetzung der Energiewende auf die Geothermie setze, die durch ihre Grundlastfähigkeit eine belastbare und zuverlässige Technologie ist.

Die Gesamtsituation betrifft nicht nur das Projekt Holzkirchen, sondern auch die umliegenden Nachbargemeinden, die seit langem an der Umsetzung ihrer Geothermie-Projekte planen. Die Standorte Bernried, Weilheim, Königsdorf, Gelting und Holzkirchen haben sich zusammengeschlossen, um die Politik für die Geothermie zu sensibilisieren. Sollte die bisherige EEG-Einspeisevergütung für die Geothermie stabil auf 25 Cent pro Kilowattstunde bleiben, wäre den Projekten bereits geholfen. Für die Versicherungsfrage wäre der Freistaat gefordert, an einer gemeinsamen Lösung mitzuwirken, damit die Geothermie in Bayern weiterhin Zukunft hat.

Theoretisch wäre eine Umsetzung des Projekts Holzkirchen sofort möglich. Der Haushalt hat 16 Millionen Euro für die Tiefbohrungen bereitgestellt, die zum Ende dieses Jahres starten könnten. Allerdings würde man andere strukturelle Einheiten als Bohrziel bevorzugen als in Geretsried, erklärte Götz im Münchner Merkur. Während Geretsried auf die Fazies des Malmkarsts explorierte, würde Holzkirchen direkt das Störungsinventar anpeilen. (sv)

Quelle: 

Münchner Merkur

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