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Institutionelle Investoren stehen der Geothermie noch verhalten gegenüber

16. Juni 2013

„Ist die Geothermie investierbar“? Diese Frage ließ Manfred Kittelmann, Managing Director von RC Partners, im Rahmen eines Vortrags in München offen, zeigte aber vorsichtigen Optimismus. Die Branche ist gefragt, mit einer guten Informationspolitik mehr Überzeugungsarbeit zu leisten.

„Investoren und Asset Manager wollen die Chancen und Risiken eines Projektes verstehen“, erklärte Manfred Kittelmann auf einer Informationsveranstaltung der Rechtsanwaltskanzlei Satell vergangene Woche in München. „Wenn ein Geothermieprojekt die erforderlichen Kriterien zu erfüllen scheint, muss das Projekt den – von den institutionellen Investoren meist zwischengeschalteten - Asset Managern entsprechend dargestellt werden und dem folgenden Prüfungsprozess bestehen“, sagte der Asset Manager. Häufig sind es zunächst negative Medieninformationen und mangelhaftes Wissen über die Geothermie, die Institutionelle Investoren davon abhalten, Kapital in tiefengeothermische Projekte anzulegen. Einige haben zudem keine guten Erfahrungen in der Versicherung dieser Projekte. Die Technologie gilt noch als zu risikoreich. Sie habe zwar „einen Charme“, weil sie grundlastfähig ist und weil man sie länger betreiben kann als zum Beispiel Windkraft, aber sie ist unter anderem durch ihre Teilung in einen ober- und untertägigen Kreislauf komplexer als andere Erneuerbare Energien. Im Vergleich zu Wind und Solar weist die Geothermie größere Unsicher- und Ungewissheiten auf. Herr Kittelmann zeichnet seit Jahren für Investments in den Erneuerbaren Energien verantwortlich, mit Fokus auf die Wind- und Solarbranche. Investitionen in Geothermieprojekte hat er bislang keine realisiert, denn in vielen Gesprächen mit der Geothermiebranche tauchen immer wieder Probleme auf, für die es noch keine angemessen Lösungen zu geben scheint.

Kittelmann betont, dass es wichtig für Entwickler und Projektbetreiber sei, die Motivation und den Investitionsprozess potentieller Investoren zu verstehen. Um Institutionelle Investoren davon zu überzeugen, muss man klare Argumente haben, warum die Tiefe Geothermie interessant und die Risiken akzeptabel sind. Dazu verfolgt Kittelmann einen mehrstufigen Analyse- und Risikomanagementansatz. Am Ende müssen die verbleibenden Risiken in einem angemessenen Verhältnis zur Rendite stehen, die auf einer fundierten Wirtschaftlichkeitsbetrachtung basiert.

Die Grundlage für ein qualitativ hochwertiges Kraftwerk und den erfolgreichen Betrieb wird bereits während der Projektentwicklungs-, spätestens aber in der Bohrphase geschaffen. Um ein Projekt investierbar zu machen, muss eine exzellente Dokumentation aller Projektphasen vorhanden sein, so Kittelmann. Kapitalbeschaffung, sowohl Fremd- als auch Eigenkapital betreffend, sollte bereits in der Projektplanung als ein eigenes Teilprojekt eingestuft werden. Oft kommt die Kapitalbeschaffung in der Projektentwicklung viel zu kurz, weil sie meist erst am Ende der Planungsphase betrachtet werde.

Am Ende blieb die Frage, ob die Geothermie aktuell investierbar ist, offen. Um Investoren zu überzeugen, müsse man momentan „bergauf“ argumentieren, erklärte Manfred Kittelmann. Er appellierte an die Projektbetreiber mit einer zielgerichteten und transparenten Kommunikation und Argumentation über die Geothermie - und den damit verbundenen Chancen und Risiken - aufzuklären. Die Bedeutung dessen werde schnell klar, wenn sich ein Projektbetreiber überlege, welche Fragen er sich selbst als Investor stellen würde. Wenn er diese Fragen alle zufriedenstellend beantworten könne, wäre das Projekt wahrscheinlich bald investierbar, wenn nicht, müsse man nach Lösungen suchen. Mit diesem Fazit schloss Manfred Kittelmann seine Betrachtungen zum Anlageverhalten von Institutionellen Investoren in der Tiefen Geothermie - nicht ohne zu betonen, dass diese Technologie spannend sei und er sich auch in der Zukunft mit ihr beschäftigen werde. (sv)

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