Kommt die dritte Bohrung in Landau?

15.03.2021 | Hydrogeothermie | Karin Jehle
Brunnenkopf Landau

Der vor einem Jahr beim Geothermiekraftwerk Landau eingestiegene Investor IKAV will die schon lange geplante dritte Bohrung realisieren. Sie würde den Injektionsdruck mindern, so dass die Leistung der Anlage erhöht werden könnte.

Im Januar letzten Jahres hatte die Daldrup & Söhne AG ihre noch verbliebenen Anteile der Geysir Europe GmbH an die luxemburgische Investitionsgesellschaft IKAV Invest S.à.r.l. verkauft. Die Vereinbarung schloss den Verkauf der Kraftwerke Taufkirchen und Landau ein (wir berichteten).

Wie die „Rheinpfalz“ vergangenen Freitag schrieb, will die IKAV nun die ursprünglich 2012 geplante dritte Bohrung für das Geothermiekraftwerk Landau angehen. Diese solle als zweite Injektionsbohrung dienen, um das Kraftwerk mit höherer Leistung betreiben zu können.

Dritte Bohrung könnte die geothermische Leistung steigern

Nach seismischen Ereignissen im Jahr 2009 wurde der Injektionsdruck begrenzt, so dass das Kraftwerk nicht mehr mit voller Leistung gefahren werden konnte. Über eine dritte Bohrung könnte der Druck in der bisherigen Injektionsbohrung reduziert und gleichzeitig die Förderung von heißem Tiefenwasser auf das eigentlich mögliche Maß erhöht werden.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte auch einen Zuschuss in Millionenhöhe für die dritte Bohrung in Aussicht gestellt, doch 2013 beschloss der Aufsichtsrat des Landauer Energieversorgers EnergieSüdwest, sich nicht an den Kosten für die dritte Bohrung zu beteiligen. Damit lagen die Pläne zunächst auf Eis.

Die „Rheinpfalz“ spricht von einem Verkaufspreis von insgesamt rund 6,2 Millionen Euro für die Anteile an Geysir Europe, zudem seien weitere 18 Millionen beim Erreichen bestimmter Leistungswerte in den beiden Kraftwerken (Landau und Taufkirchen) vertraglich vereinbart worden.

Der Vorstandsvorsitzende der IKAV, Gregor Gruber, sagte der „Rheinpfalz“ jedoch, das „Ziel der Überlegungen sei, Druck aus dem System zu nehmen, nicht die Leistung zu steigern.“ Man wolle zudem die Öffentlichkeit umfassend informieren.

Quelle:

Rheinpfalz

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