VSP-Bohrlochmessungen am Heizkraftwerk Süd

02.04.2020 | Hydrogeothermie | Jochen Schneider
Geothermiebohrung in Bayern

Am kommenden Montag, dem 6. April, werden die SWM die Bohrungen in der Tiefe mittels VSP vermessen und Geschwindigkeitsprofile des Untergrunds erstellen um ein besseres Verständnis über das geothermische Reservoir zu erhalten. Die Versorgung mit Wärme und Kälte soll ab 2021 beginnen.

Praxisforum Geothermie.Bayern 2021

Die Bohrarbeiten für die Geothermieanlage am Heizkraftwerk Süd sind abgeschlossen, ebenso die Pumpversuche zur Messung der Ergiebigkeit und der Temperatur des Thermalwasservorkommens. Jetzt stehen noch seismische VSP- Messungen an. Das steht für „Vertical Seismic Profiling“ und ist eine Mischform zwischen Oberflächen- und Bohrlochseismik. Am Schyrenbad und am HKW Süd werden durch Vibrotrucks Schallwellen am Boden angeregt und diese Signale mit Hilfe von Geophonen und Glasfaserkabeln entlang der einzelnen Bohrungen registriert.

Die Messarbeiten der beauftragten Fachfirma beginnen am Montagmorgen um 7 Uhr und werden bis gegen 22 Uhr dauern. Anwohnerinnen und Anwohner werden nahezu nichts bemerken. Nur im unmittelbaren Umfeld des Schyrenbads bzw. des HKW Süd können möglicherweise tiefes Brummen und leichtes Vibrieren
wahrnehmbar sein. Die Arbeiten sind harmlos und werden permanent überwacht.

Geothermische Wärme- und Kälteversorgung ab 2021
Ökowärme für 80.000 Menschen, Ökokälte für die Innenstadt Pumptests haben gezeigt, dass die zukünftige Geothermieanlage über 50 Megawatt Wärmeleistung liefern wird und so mehr als 80.000 Münchnerinnen und Münchner mit Ökowärme versorgen kann. Mit der Geothermieanlage wandelt sich das Areal in Sendling
vom reinen HKW Süd zum Energiestandort Süd. Hier wird ab 2021 neben der geothermischen Fernwärme auch klimafreundliche Fernkälte für die Innenstadt erzeugt. Vor Ort entsteht derzeit die Heizzentrale, die die notwendige Technik beherbergen wird.

Quelle:

SWM

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