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Brühl

Erkundungsbohrung bei Brühl; Quelle: www.morgenweb.de
www.morgenweb.de
TH 1 in m (MD): 
3.318
TH 2 in m (MD): 
470 (Standrohr)
Temperatur in °C: 
160

Das badische Brühl befindet sich südlich von Mannheim. Das dort in der Entwicklung befindliche Geothermieprojekt wurde bereits 2006 angestoßen.  Die erste Bohrung ist bereits abgeteuft und fündig.

Der Projektentwickler der Geothermieanlage in Brühl ist die Firma GeoEnergy GmbH. Seit dem Jahre 2005 laufen die Arbeiten im Untersuchungsfeld. Der Bohrplatz liegt am Stadtrand von Brühl. Das Projekt gilt für die weitere geothermische Entwicklung in Baden-Württemberg als Pilotprojekt.

Die seit 2006 unternommen Untersuchungen in dem Gebiet (seismische Erkundung des Untergrundes), deuteten darauf hin, dass Thermalwasser in ausreichender Menge zu erwarten ist. Anhand dieser Daten wurde schließlich eine geeignete Fläche für das Vorhaben gesucht. Dieses Areal verpachtete danach die Gemeinde Brühl an GeoEnergy. Die erste Bohrung erreichte Mitte Februar 2013 nach fast einjähriger Bohrzeit den Zielhorizont. Bohrtechnische Schwierigkeiten mit nachfallendem Gestein im Tertär führten zu Verzögerungen. Unter anderem wurden mehrere Sidetracks gebohrt. Seit Feburar 2013 ruhen die Arbeiten.

Gegen das Projekt von GeoEnergy gab es schon in der Planungsphase eine starke Gegenbewegung in der Gemeinde. Um die Akzeptanz zu erhöhen wurde auch auf behördliche Vorgabe ein Messnetz für die Seismizität eingerichtet, das über die Projekt-Webseite für jeden einsehbar ist und auch die Beweislast im Falle von Schäden umgekehrt.

Obwohl zu Beginn des Projektes Partei-übergreifend Zustimmung herrschte hat sich mittlweile die Stimmung gedreht. Mitglieder der lokalen CDU, SPD und der Freien Wähler hatte mehrfach gegen das Projekt geklagt. Allerdings entschied das Verwaltungsgericht Karlsruhe im August 2013, dass das oberirdische Gebäude für das geplante Geothermiekraftwerk im Außenbereich bauplanungsrechtlich privilegiert zulässig ist.

Damit wurde zu ersten mal in Deutschland gerichtlich festgelegt, dass eine Ortsgebundenheit bei Geothermieanlagen im Außenbereich gegeben ist.

Die Anlage sollte nach Fertigstellung eine Wärmeleistung von 40 Megawatt thermisch und das Kraftwerk eine Leistung von 5 bis 6 Megawatt haben.

Nach einem standfesten "Nein" des Brühler Gemeinderats zogen potentielle Investoren 2016 ihre Angebote für die Finanzierung des Projektes zurück, was schließlich das Aus für das Geothermieprojekt war.

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