Ismaning

Projektgebiet:
Wärmezentrale Wärmeversorgung Ismaning
Status
in Betrieb
TH 1 in m (MD)
2.738
TH 2 in m (MD)
4.032
Nutzungsart
Hydrothermal, Dublette
Temperatur in °C
75
Förderrate in L/s
85
Mineralisation in mg/L
ca. 700
Zielnutzhorizont
Oberjura
Installierte thermische Leistung in MW
7

Kontakt

Wärmeversorgung Ismaning GmbH & Co. KG
Schloßstraße 2
85737 Ismaning
Telefon: (089) 2189 8754 - 11 
Telefax: (089) 2189 8754 - 90

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Schlagworte

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Die 15.000-Einwohner-Gemeinde Ismaning im Landkreis München ist umgeben von den schon länger erfolgreich laufenden Geothermie-Projekten in Garching, Unterföhring und Aschheim-Feldkirchen-Kirchheim. Lange hat der Gemeinderat in Ismaning gezögert, bis er sich am 17. März 2011 dazu entschied, den guten Beispielen seiner Nachbarn zu folgen und ein eigenes Geothermie-Projekt voranzutreiben. 

Schon ein Jahr nach dem positiven Beschluss im Gemeinderat begannen 2012 die Bohrarbeiten. Die erste Bohrung erreichte nach rund zwei Monaten eine Tiefe von 2.195 Metern (TVD). Mit einer Förderrate von über 75 Litern pro Sekunde im Airliftverfahren wurden die Erwartungen übertroffen, allerdings lag die Temperatur des Tiefengrundwassers mit 67 Grad Celsius weit unter dem erhofften Wert von 80 Grad Celsius. Aus diesem Grund wurde entschieden, die erste Bohrung der hydrothermalen Dublette als Reinjektionsbohrung zu verwenden. Als Ursache für die geringe Temperatur wurde eine Temperatur-Anomalie im Untergrund vermutet.

Die zweite Bohrung wurde Anfang Juli 2012 niedergebracht und erreichte im September 2012 eine Tiefe von 1.906 Metern (TVD). Mit einem Kurzzeit-Pumpversuchs wurde eine Temperatur von über 75 Grad Celsius und eine Förderrate von 85 Litern pro Sekunde ermittelt. Damit wurden die Erwartungen erheblich übertroffen. Diese Bohrung wird nun als Förderbohrung genutzt. Mittlerweile ist die Temperatur des Tiefengrundwassers auf 78 Grad Celsius angestiegen, wodurch das Fernwärmenetz mit 76 Grad Celsius betrieben werden kann und keine weitere Zuheizung notwendig ist.

Da beide Bohrungen im Abstand von nur 7,5 Metern vom gleichen Bohrplatz aus niedergebracht wurden, mussten sie untertage per Richtbohrtechnik in unterschiedliche Richtungen abgelenkt werden. Die erste Bohrung wurde nach Osten, die zweite nach Südwesten abgelenkt.

Parallel zu den Bohrarbeiten wurde ab Mai 2012 mit dem Ausbau des Fernwärmenetzes begonnen. Seit November 2012 ist die Geothermie-Anlage betriebsbereit und die Wärmeversorgung der ersten Kunden wurde zu Beginn der Heizperiode 2012/2013 aufgenommen. 

Bis zum Jahr 2025 erreichte das Ismaninger Fernwärmenetz eine Länge von mehr als 60 Kilometern. Die Geothermie-Anlage mit ihrer thermischen Leistung von 7,2 Megawatt versorgt aktuell mehr als 1500 Haushalte sowie Gewerbe- und Industriebetriebe. 

Betrieben wird das Geothermie-Projekt von der Wärmeversorgung Ismaning GmbH & Co. KG (WVI), einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Gemeinde Ismaning. Schon im Februar 2012 eröffnete die WVI ihr "Geothermie-Haus". Dieses dient als Anlaufstelle für alle möglichen Fragen rund um das Geothermie-Projekt. Das Investitionsvolumen des Geothermie-Projekts betrug rund 71,6 Millionen Euro, 18 Millionen Euro entfielen auf die Bohrkosten.