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Geretsried

Abteufung der tiefsten Geothermie-Bohrung Europas bei Geretsried
Quelle: enerchange
Status: 
in der Entwicklung
TH 1 in m (MD): 
6.036
Nutzungsart: 
Hydrothermal, Dublette
Temperatur in °C: 
165
Zielnutzhorizont: 
Malm

Zwischen Geretsried und Wolfratshausen bei Gelting, circa 30 Kilometer südlich von München, wurde 2013 die bis dahin tiefste Geothermiebohrung Europas abgeteuft. Mitte August musste der Projektentwickler einen herben Rückschlag einstecken. In der Endteufe der Bohrung wurde nahezu kein Tiefengrundwasser gefunden. Die Überlegung ist mit einem Sidetrack das Projekt zum Erfolg zu bringen.

Bereits seit 2005 wollte Enex Power Germany bei Gelting, westlich von Geretsried nach Thermalwasser bohren. Doch der Projektanfang verzögerte sich immer weiter, unter anderem auf Grund der Wirtschaftskrise und dem Verkauf der Muttergesellschaft Geysir Green. Inzwischen ist die Hörmann Gruppe aus Kirchseeon Hauptgesellschafter von Enex Power Germany, und konnte das Projekt letztendlich beginnen.

Mit einer Dublette sollte das hydrothermale Wasser im Malm für Strom und Wärme nutzbar gemacht werden. Die seismischen Messungen lieferten gute Ergebinsse.

Nach dem Bohrplatzbau am Hofgut Breitenau südlich von Gelting konnte Anfang 2013 mit den Bohrarbeiten begonnen werden. Als Bohrziel war die Rifffazies im Malm anvisiert, im Gegensatz zu zahlreichen anderen Bohrungen die sich in erster Linie auf Störungen konzentrierte. Es wurde die tiefste Geothermie-Bohrung Europas abgeteuft mit einer fast horizontalen Ablenkung in der Endteufe, die in 6.036 Meter Mitte 2013 erreicht wurde. Die gemessenen Temperaturen waren mit 165 Grad Celsius höher als vermutet. Doch anstatt der geplanten 100 - 150 Liter pro Sekunde lieferte die Bohrung weniger als 10 Liter pro Sekunde, was die Bohrung unwirtschafltich machte. Die Fündigkeitsversicherung, die mit der Munich Re abgeschlossen wurde übernahm den entstandenen Schaden, jedoch wurde die Fortsetzung des Projektes erst einmal unterbrochen. Seit Oktober 2013 ruhen nun die Arbeiten und mittlerweile wurde auch das Bohrgerät abgebaut. Enex und sein Investor prüfen jetzt die Möglichkeit einen Sidetrack zu bohren und so doch noch Tiefengrundwasser zu finden, um das Projekt zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Auf die Ergebnisse sind auch die Projekte in Königsdorf, Weilheim und Bernried gespannt.

 

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