Geretsried

Projektgebiet:
Bautstellenschild Geretsried 2013
Status
ruhend
TH 1 in m (MD)
6.036
TH 2 in m (MD)
5.700
Nutzungsart
Hydrothermal, Dublette
Temperatur in °C
165
Zielnutzhorizont
Oberjura

Quelle(n)

http://www.geretsried.de/

http://www.sueddeutsche.de/

Geothermie-Bohrung bei Geretsried

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Zwischen Geretsried und Wolfratshausen bei Gelting, circa 30 Kilometer südlich von München, wurde 2013 die bis dahin tiefste Geothermiebohrung Europas abgeteuft. Dann musste der Projektentwickler einen herben Rückschlag einstecken. In der Endteufe der Bohrung wurde nahezu kein Tiefengrundwasser gefunden. Auch der 2017 abgeteufte Sidetrack konnte das Projekt nicht zum Erfolg bringen. Die Fündigkeit war ebenfalls viel zu gering. Der Bohrturm ist abgebaut, die städtische Energie Geretsried GmbH ist aufgelöst.

Bereits seit 2005 wollte Enex Power Germany bei Gelting, westlich von Geretsried nach Thermalwasser bohren. Doch der Projektanfang verzögerte sich immer weiter, unter anderem auf Grund der Wirtschaftskrise und dem Verkauf der Muttergesellschaft Geysir Green. Inzwischen ist die Hörmann Gruppe aus Kirchseeon Hauptgesellschafter von Enex Power Germany, und konnte das Projekt letztendlich beginnen.

Mit einer Dublette sollte das hydrothermale Wasser im Malm für Strom und Wärme nutzbar gemacht werden. Die seismischen Messungen lieferten gute Ergebinsse.

Nach dem Bohrplatzbau am Hofgut Breitenau südlich von Gelting konnte Anfang 2013 mit den Bohrarbeiten begonnen werden. Als Bohrziel war die Rifffazies im Oberjura anvisiert, im Gegensatz zu zahlreichen anderen Bohrungen die sich in erster Linie auf Störungen konzentrierte. Es wurde die tiefste Geothermie-Bohrung Europas abgeteuft mit einer fast horizontalen Ablenkung in der Endteufe, die in 6.036 Meter Mitte 2013 erreicht wurde. Die gemessenen Temperaturen waren mit 165 Grad Celsius höher als vermutet. Doch anstatt der geplanten 100 - 150 Liter pro Sekunde lieferte die Bohrung weniger als 10 Liter pro Sekunde, was die Bohrung unwirtschafltich machte. Die Fündigkeitsversicherung, die mit der Munich Re abgeschlossen wurde übernahm den entstandenen Schaden, jedoch wurde die Fortsetzung des Projektes erst einmal unterbrochen. 2017 wurde mit der Bohrung eines Sidetracks versucht, das Projekt doch noch zum Erfolg zu führen. Doch auch hier war die Fündigkeit in 5.700 Metern Tiefe enttäuschend. Im November 2017 wurde das Bohrgerät abgebaut und die Energie Geretsried GmbH aufgelöst.

2020 hat Enex Power Germany mit Eavor Technologies eine Zusammenarbeit und die Erstellung eines Eavor Loops in Geretsried verinbart. Von zwei Bohrplätzen sollen die Bohrungen vverbunden werden.

Anzahl der Bohrungen
1