Poing

Projektgebiet:
Status
in Betrieb
TH 1 in m (MD)
3.014
TH 2 in m (MD)
3.049
Nutzungsart
Hydrothermal, Dublette
Temperatur in °C
76
Förderrate in L/s
100
Zielnutzhorizont
Malm
Installierte thermische Leistung in MW
10

Kontakt

Bayernwerk Natur GmbH
Carl-von-Linde-Straße 38
85716 Unterschleißheim
E-Mail: bayernwerk-natur [at] bayernwerk.de
 

Beteiligte Firmen

Quelle(n)

Bayernwerk Natur GmbH, Arnulfstraße 203, 80634 München
www.bayernwerk-natur.de

Brunnenhaus der Föderbohrung in Poing

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Die Geothermie-Anlage im oberbayerischen Poing (Landkreis Ebersberg) ist Ende 2012 nach vierjähriger Bauzeit und einigen Problemen offiziell in Betrieb gegangen. Seither werden rund 80 Prozent des örtlichen Wärmebedarfs durch Erdwärme gedeckt.

 

Seit 2006 wurde, hauptsächlich von der E.ON Bayern Wärme (heute Bayernwerk Natur), an der Projektentwicklung der Geothermie-Anlage in Poing gearbeitet. Anfang 2009 wurde die Dublette zur Förderung des Tiefenwassers fertiggestellt. Die Förderbohrung erreichte eine Teufe von 3.014 Metern und die Injektionsbohrung 3.049 Meter. Beide wurden in den Zielhorizont Malm niedergebracht.

Ab 2010 liefen Langzeitpumpversuche mit Förderraten von bis zu 100 Litern pro Sekunde. Dabei wurde im Oktober 2010 die Bohrung Th1 in 2.435 Metern Tiefe durch eine Sedimentbrücke verstopft. Nach der Behebung dieses Rückschlages, die etwa zwei Wochen dauerte, konnte regulär weitergearbeitet werden.

Im Dezember 2012, drei Jahre später als geplant, ging die Anlage offiziell in Betrieb und liefert seither Wärme. Angeschlossen sind an das aktuell rund 35 Kilometer lange Versorgungsnetz knapp 1000 Haushalte, Gewerbebetriebe sowie öffentliche Gebäude. Das Fernwärmenetz war schon vor dem Bau der Geothermie-Anlage vorhanden und wurde zuvor über ein Blockheizkraftwerk versorgt.

Nach drei seismischen Ereignissen in den Jahren 2016 und 2017 wurde die Anlage vorübergehend außer Betrieb genommen. Laut einem Gutachten sind die Erdbeben nicht schuld an Gebäudeschäden und die Geothermie-Anlage stellt keine Gefahr dar. "Zusammenfassend kommt der Sachverständige zu dem Schluss, dass die Mikrobeben als Auslöser für die gemeldeten Rissbildungen zu schwach waren und die reklamierten Gebäudeschäden nicht auf Bodenbewegungen und Schwingungen im Zusammenhang mit den Mikrobeben zurückzuführen sind", heißt es in dem Gutachten.

Die Bayernwerk Natur GmbH hat im Nachgang zu den drei seismischen Eregnissen das Messstellennetz rund um die von ihr betriebene Geothermie-Alage erweitert. „Insgesamt überwachen nun vier stationäre und eine mobile Messeinrichtung die Umgebung der örtlichen Geothermieanlage“, teilte das Unternehmen mit. „Wissenschaftliche Studien haben zusätzlich die geologischen Gegebenheiten erkundet und im Ergebnis eine Gefährdung der Bevölkerung durch den Betrieb der Geothermieanlage ausgeschlossen.“