Der Kanton Thurgau setzt auf den Ausbau tiefer Geothermie

14.02.2013 | Hydrogeothermie, Internationale Projekte | Sabine Volland
Geothermiebohrung in Bayern

Der Thurgau ist momentan die vielversprechendste Region in der Schweiz für die Nutzung hydrothermaler Geothermie. Der Malm birgt dort Thermalwasservorkommen mit Temperaturen von ca. 120 Grad Celsius – gut geeignet für Strom- und Wärmeerzeugung aus tiefer Geothermie.

In der Stadt St. Gallen beginnen im März 2013 die Bohrarbeiten zur Erkundung des tiefengeothermischen Aquifers. Das Projekt hatte eine lange Vorbereitungszeit, verbunden mit diversen Verzögerungen und einer Volksabstimmung, in der sich letztendlich 80 Prozent der Stimmbürger für das Projekt ausgesprochen haben. Die Erkundungsbohrung in St. Gallen wird zeigen, ob die Fündigkeit des Aquifers ausreicht, um die geplanten 3.000 Haushalte mit geothermischen Strom und Fernwärme zu versorgen. Ist das Ergebnis positiv, so wird sich die geothermische Exploration auf den weiteren Kanton Thurgau ausdehnen. Hier wird der Thermalwasserleiter zwar auf nur 3.500 Meter Tiefe vermutet, jedoch werden ausreichende Temperaturen und Schüttungsraten von bis zu 50 l/s erwartet. Die Region könnte Potential für zehn Geothermie-Kraftwerke bieten.

Mit 20 Prozent beteiligt sich die Axpo an einem Konsortium, dem sowohl die St. Galler Stadtwerke als auch die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke angehören, um die weitere Machbarkeit in der Region zu prüfen. Axpo und das Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau planen eine großräumige 3D Seismikkampagne gegen Ende dieses Jahres. Diese wird Aufschluss über die geologischen Verhältnisse und das zu erwartenden Reservoir geben. Im günstigsten Fall kann im Sommer 2014 mit den ersten Erkundungsbohrungen im Thurgau begonnen werden. Ist genügend heißes Thermalwasser im Untergrund vorhanden, so wäre der erste Kraftwerksbetrieb bereits für 2018 im Raum zwischen Arbon, Romanshorn und Amriswil geplant.

Quelle:

NZZ, SRF

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