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Erdwärme Isar stellt Projekt Dorfen vor

26. April 2018

Rund 75 Zuhörer kamen zu der Bürgerversammlung am 23.4.2018 in Icking zu der der Projektentwickler Erdwärme Isar eingeladen hatte. Neben der Projektvorstellung wurde vor allem die Lärmbelästigung durch die Bohrungen und den Anlagenbetrieb thematisiert.

Die Erdwärme Isar hat am vergangenen Montag zu der Informationsveranstaltung über das Geothermieprojekt Dorfen in das Rathaus der Gemeinde Icking eingeladen. Nach der Begrüßung durch die Bürgermeisterin der Geminde Icking, Margit Menrad, die vor allem die Beweggründe der Gemeinde zur Aufstellung eines Bebauungsplans erläuterte, stellten Dr. Markus Wiendieck und Winfried Büchl das Projekt vor.

Das Projekt Dorfen liegt im Aufsuchungsfeld Höhenrain und ist mit fünf Bohrungen an zwei unterschiedlichen Standorten geplant. Drei sollen Thermalwasser fördern und über zwei Bohrungen wird es wieder injiziert. Jede Förderbohrung soll im Oberjura Reservoir Thermalwasser mit einer Förderrate von 130 bis 170 Liter pro Sekunde bei einer erwarteten Temperatur von 150 Grad Celsius erschließen. Die Förderbohrungen verlaufen vom Bohrplatz bei Attenhausen nach Südwesten. Die Injektionsbohrungen vom Bohrplatz in Walchstadt nach Osten mit Bohrlandungspunkt mehrere Kilometer unter dem Isartal. Beide Bohrplätze wurden nahe der Autobahn von Garmisch-Partenkirchen nach München platziert, um auch die An- und Abfahrt des Lastverkehrs zu erleichtern. So erfolgt die Zu- und Abfahrt der LKWs über 11 Tonnen zur Förderbohrung über die Autobahnraststätte Höhenrain. Nahe den Förderbohrungen soll auch das Kraftwerk gebaut werden.

Nachdem die Verkehrsführung des Schwerlastverkehrs zur Förderbohrung kurz vor der Veranstaltung durch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr genehmigt wurde, verkündete die Erdwärme Isar am Montag auch die geplante Verkehrsführung zur Injektionsbohrung. Mit zwei Einbahnstraßen entlang der Autobahn wird der Verkehr im Kreis geführt und eine Belastung der Anlieger vermieden.

Ein weiteres Thema, das die Bürger und vor allem Anlieger beschäftigt, sind die Lärmimissionen. Hier will die Gemeinde einen um sechs Dezibel geringeren Wert in den Bebauungsplan aufnehmen als in der TA Lärm vorgeschrieben. Dies ist laut Dr. Markus Wiendieck, Geschäftsführer der Erdwärme Isar, eine Herausforderung für die Kraftwerksbauer, aber sie werden sich daran halten. Neben der Imissionsbelastung stellte Wiendieck auch die Vorteile für die Gemeinde und den Landkreis dar: zum einen generiert das Kraftwerk Steuereinnahmen durch den Umzug des Firmensitzes nach Icking. Zum anderen leistet die Erdwärme Isar mit der geplanten Anlage einen signifikanten Beitrag zur Energieversorgung mit regenerativer Energie des Landkreises, der mometan noch eine Deckungslücke hat.

Die Bohrarbeiten sollen im Juni dieses Jahres mit der ersten Förderbohrung beginnen. Danach wird das Bohrgerät nach Walchstadt umgezogen, um die Injektionsbohrungen abzuteufen. Mit den ersten fündigen Bohrungen kann kann dann mit dem Kraftwerksbau begonnen werden, parallel zum Abteufen der weiteren Förderbohrungen. Die Bohrplätze in Attenhausen und Walchstadt sind bereits in Bau.

Am heutigen Donnerstag Abend findet ab 19.30 Uhr in Höhenrain eine weitere Bürgerversammlung statt, auf der das Projekt vorgestellt wird. Als unabhängigen Experten hat der Veranstalter Prof. Dr. Thomas Kohl vom KIT eingeladen. (js)

Quelle: 

Merkur, Erdwärme Isar

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