Kirchanschöring will in die geothermische Stromerzeugung einsteigen

11.07.2019 | Erkundung & Analyse | Karin Jehle
Bohrung im Projekt Rupertiwinkel

Ab dem Frühjahr 2020 will die Geothermie Rupertiwinkel im Landkreis Traunstein mit den Bohrungen starten. Das erwartete heiße Wasser soll vorrangig der Stromerzeugung dienen.

Praxisforum Geothermie.Bayern

Auf einer Infoveranstaltung präsentierten die Bürgermeister der Gemeinden Kirchanschöring und Laufen, Hans-Jörg Birner und Hans Feil, am 8. Juli der Bürgerschaft den aktuellen Projektstand, wie Chiemgau24 berichtete. Ebenso stellten die Kommunen den neuen Partner Marubeni vor, „der kein Finanzinvestor ist, sondern Kraftwerke baut und auch betreibt“.

Der japanische Konzern ist nun Gesellschafter der bereits gegründeten Firma „Geothermie Rupertiwinkel“, die Salzburg AG ist weiterhin beteiligt, ebenfalls die beiden Kommunen Kirchanschöring und Laufen. Das Geothermie-Vorhaben wurde als interkommunales Projekt gegründet, auch weil bei der Gründung noch nicht klar war, ob letztendlich in Laufen oder Kirchanschöring nach heißem Wasser gebohrt würde.

Bohrplatz in Kirchanschöring steht fest.

Die weiteren geologischen Analysen sowie die Umweltprüfung haben nun Kirchanschöring als Bohrplatz festgelegt. „Laufen ist nach wie vor eine Option für Fernwärme“, so Michael Perkmann, zuständiger Projektleiter bei der Salzburg AG. Die erste Bohrung werde allerdings in Kirchanschöring sein, „dann sehen wir, wie viel Wasser rinnt, also wie hoch die Schüttung ist, und welche Temperatur das Wasser hat.“ Bei „befriedigenden Ergebnissen“ werde es drei weitere Bohrungen geben.

Nach Angaben von Chiemgau24 erklärte Perkmann, dass die neue Ausrichtung des Projektes das Erzeugen von Strom sei und die Auskoppelung von Fernwärme vielleicht später hinzukomme. „Sollten es die Menge und die Temperatur des heißen Wassers zulassen, könnte Laufen wieder ins Spiel kommen“, ergänzte auch Laufens Bürgermeister Feil. Zunächst soll der in Kirchanschöring erzeugte Strom an das Umspannwerk Froschham bei Laufen fließen und dort in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Aktuell wird der Bohrplatz vorbereitet. Neben der Klärung der Stromversorgung während der Bohrarbeiten wird geprüft, ob die vorhandenen Straßen auch den Baustellenverkehr aufnehmen können. Zudem gilt es, den umgebenden Wald zu vermessen und ein Schallgutachten zu erstellen. Erledigt sei bereits eine Ausschreibung für die Bohrung, die Angebote von Bohrunternehmen lägen bereits vor.

Anfang 2020 sollen die Bohrungen beginnen.

Ende dieses Jahres oder Anfang 2020 soll der Bohrplatz fertig sein, so dass die Bohrungen bereits im Frühjahr 2020 beginnen können. Ziel ist es, Ende 2020 die Endteufe der ersten Bohrung zu erreichen und anschließen Temperatur und Schüttung zu analysieren. 2021/2022 soll mit dem Kraftwerksbau begonnen werden.

Quelle:

Chiemgau24

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