Freiburger Gemeinderat befürwortet Geothermie

04.02.2021 | Karin Jehle
Luftbild Freiburg

Das städtische Gremium äußerte sich in seiner jüngsten Sitzung grundsätzlich positiv zur Aufsuchung von tiefer Geothermie in der Region. Bereits im Herbst hatte der Energieversorger badenova die 19 betroffenen Kommunen in der Region informiert.

Ein gewaltiger Wärmeschatz schlummert in der Tiefe des Oberrheingrabens. Der lokale Energiedienstleister badenova will diesen nun anzapfen, um den Wärmesektor in der Region in Richtung Klimaneutralität zu bringen.

Mit der grundsätzlichen Zustimmung des Freiburger Gemeinderats zu den Geothermie-Plänen der badenova ist ein weiterer Schritt getan. Wie die Badische Zeitung berichtete, waren sich die Stadträte einig, dass die Geothermie einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende in Freiburg und in der Region leisten kann – und dies auch muss, wenn die Klimaschutzziele erreicht werden sollen.

Bereits vor der Beantragung der Aufsuchungserlaubnis wurden die 19 betroffenen Kommunen im Aufsuchungsgebiet zwischen Freiburg, Breisach und Müllheim ausführlich über den geplanten Antrag und die dahinterstehenden Überlegungen informiert. 19 Bürgermeister*innen aus der Region, Vertreter*innen des Regierungspräsidiums (RP) sowie des am RP angesiedelten und für die Erlaubnis zuständigen Landesbergamts nahmen an dem Termin teil.

Bürgerinfos online: Sorgen ernst nehmen, sachlich informieren

Alle Bürgermeister*innen stimmten den Aufsuchungsplänen zu. Am 25. November und 2. Dezember 2020 folgten digitale Bürgerinformationsveranstaltungen, sogenannte Regionalkonferenzen. So sollen die Befürchtungen aus der Bevölkerung aufgegriffen und sachliche Informationen verbreitet werden.

Denn auch wenn die Ereignisse von Staufen (Risse in Häusern wegen einer aufquellenden Gipskeuperschicht nach nicht fachgemäß ausgeführten Bohrungen für Erdwärmesonden) und Basel (Erdbeben nach hydraulischer Stimulation, um Klüfte im Grundgestein aufzubrechen bei einem petrothermalen Geothermievorhaben) grundsätzlich wenig mit dem hier geplanten hydrothermalen Vorhaben zu tun haben, ploppen sie dennoch ständig wieder in der Diskussion auf. Umso wichtiger ist es, die Bevölkerung sowie die politischen Gremien sachlich zu informieren.

Erste Früchte scheint die Kampagne schon zu tragen. So war die Diskussion im Kommentarbereich der Badischen Zeitung nach einem Artikel vom 8. Dezember zu den seismischen Ereignissen in Straßburg erstaunlich fachkundig und ausgewogen.

Machbarkeitsstudie prüft die Realisierungschancen

Eine Entscheidung, ob das Potenzial im südbadischen Untergrund auch erschlossen werden kann, wird erst 2023 fallen. Zuvor soll eine Machbarkeitsstudie die Realisierungsmöglichkeiten erkunden. Mittels 3D-Seismik können dreidimensionale Bilder des Untergrunds erstellt werden, die genau anzeigen, wo heißes Tiefenwasser zu erwarten ist. Bohrungen ins Grundgebirge mit anschließender hydraulischer Stimulation sind in Baden-Württemberg nicht erlaubt.

Die BZ spricht von 20.000 Haushalten, die mit klimafreundlicher geothermaler Wärme versorgt werden sollen. Die tatsächliche erschließbare Wärmemenge werden die Erkundungen zeigen. Die grundsätzliche Zustimmung aus der Politik ist nun ein weiterer Schritt zur regionalen Wärmewende.

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