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Gewächshäuser der Niederlande: 4,5 Prozent des Wärmeanteils aus Geothermie

11. März 2019

Die aktuellen Zahlen der niederländischen Vereinigung der Geothermie-Betreiber (DAGO) zeigen, dass schon etwa 4,5 Prozent der Wärme für den Gewächshausgartenbau aus tiefer Geothermie stammen.

Das Interesse an der erneuerbaren Energiequelle Geothermie steigt immer mehr. In den Niederlanden kletterte die im Jahr 2018 erzeugte Erdwärme um rund 19,5 Prozent. 3,6 Petajoules Energie aus Geothermie wurden gewonnen und damit rund 102 Millionen Kubikmeter Erdgas eingespart. Der Anstieg am Anteil in der Wärmeproduktion ist teilweise auf fünf neue Anlagen, die 2018 in Betrieb gingen, zurückzuführen.

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden arbeitet die Branche mit Hochdruck an der Skalierung und Verbesserung von Geothermieanlagen. Dabei ist es wichtig auch die Vorschriften anzupassen und neue Wärmenetze zu installieren. So kann schnell ein größerer Teil der benötigten Wärme gedeckt werden. Dies kann eine jährliche Produktion von 50 Petajoules im Jahr 2030 allein durch Geothermie bedeuten.

Heute gibt es in den Niederlanden insgesamt 20 Geothermieanlagen, von denen 18 Energie produzieren.

Nutzung geothermischer Energie in Gewächshäusern

Einige Unternehmen in der Honselersdijk Region beziehen mehr als 80 Prozent ihrer Wärme aus Geothermie von einer Anlage, die 2017 in Betrieb ging. In der Kwintsheul Region werden Gewächshäuser auf einer Fläche von 64 Hektar mit geothermischer Energie beheizt. Der Erfolg der Projekte zeigt, dass geothermische Energie eine Lösung auf dem Weg hin zu einem Gartenbau frei von fossiler Energie ist.

Auch außerhalb des Landes nutzen Niederländer geothermische Energie: Das Unternehmen Oserian, gegründet von Hans Zwager beheizt seit über drei Jahrzehnten seine Gewächshäuser ohne fossile Brennstoffe.

Tropische Pflanzen und Tomaten

Initiatioren Henry Janssen (Vogelaer geothermal heat project), Honselersdijk und Paul van Schie (Nature’s Heat geothermal project), Kwintsheul berichten gegenüber Floral Daily von ihren Erfahrungen mit den Gewächshäusern.  

Henry Janssen baut in seinen Gewächshäusern große tropische Pflanzen für Tiergärten, Schwimmbäder und Einkaufszentren an. Zusammen mit sechs weiteren Partnern stieß er das Vogelaer geothermal heat project an. Die ersten zwei Jahre waren für das Projekt zunächst enttäuschend, nichtsdestotrotz, die gewonnene Energie aus Geothermie zusammen mit dem verbundenen Wärmenetz resultierten jetzt in der Einsparung von 13,5 Millionen Kubikmeter Erdgas, so Janssen auf floraldaily.com. Im Moment wird immer noch Erdgas benötigt um die benötigte Volllast eines Tages zu decken. Janssen hofft, dass eine weitere Bohrung abgeteuft wird um seinen Kundenstamm erweitern und zukünftig den Wärmebedarf vollständig durch die erneuerbare Ressource Geothermie decken zu können.

Tomatenzüchter Paul van Schie initiierte das Nature’s Heat geothermal project in der Kwintsheul Region. Zusammen mit acht weiteren Unternehmern gehört ihm die Geothermiebohrung. Van Schie gibt an, dass bereits im ersten Jahr die Erwartungen erfüllt wurden. Zur Zeit wird die Energie aus Geothermie ganzjährig zur Deckung der Grundlast genutzt. Van Schie arbeitet jedoch bereits an einer Optimierung.

Niederländische Gewächshäuser in Kenia

Oserian, ein Unternehmen ansässig in Kenia, gegründet von dem Niederländer Hans Zwager betreibt seit mehr als drei Jahrzehnten seine Gewächshäuser mit geothermischer Energie. Sie sind über eine Fläche von rund 49 Hektar Land verteilt, um Rosen und andere Blumen für den globalen Markt anzubauen. Dabei wird bewusst auf die Nutzung erneuerbarer Energien geachtet und auf den Einsatz fossiler Energieträger verzichtet. Das bei der Beheizung in geringen Mengen anfallende Abfallprodukt CO2 wird soweit wie möglich in die eigenen Gewächshäuser geleitet und von den Pflanzen verstoffwechselt.

Zugleich ist das Unternehmen darauf bedacht, kenianische Farmer dabei zu unterstützen ihren eigenen Ernteertrag zur steigern. Die unternehmenseigene Farm ist eine Fairtrade-Farm, die auf angemessene Arbeitsbedingungen und Entlohnung ihrer Mitarbeiter achtet. In Zusammenarbeit mit dem WWF wurde an einer Verbesserung der Wasserqualität und dem Ökosystems des Sees Naivasha gearbeitet.

Oserian wird seine Überlegungen zum Ausbau geothermischer Beheizung durch Abteufen eigener Bohrungen auf der am 28. März 2019 in Frankfurt am Main stattfindenden IGC Invest in Session IV (ab 16.00 Uhr) vorstellen.

Weitere Informationen und die Anmeldemöglichkeit dazu finden Sie auf der offiziellen Seite der IGC Invest. (ez)

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