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Interview mit Florian Fritsch über die Anleihe der Fröschl Geokraftwerke

29. April 2011

Die Fröschl Geothermie GmbH wirbt über ihre Tochterfirma Fröschl Geokraftwerke GmbH derzeit Anlegergelder für die Realisierung von Geothermiekraftwerken im Molassebecken ein. Enerchange sprach mit dem Geschäftsführer Florian Fritsch über das Konzept sowie Chancen und Risiken der von Fröschl Geokraftwerke emittierten festverzinslichen Namensschuldverschreibung.

Herr Fritsch, Sie sind in das Geothermieprojekt Kirchweidach als Co-Investor eingestiegen. Wollen Sie mit der jüngst emittierten Namensschuldverschreibung unter anderem Ihren Projektanteil refinanzieren?

Nein, das Projekt in Kirchweidach ist bereits komplett durch starke Partner finanziert und sozusagen unser Vorzeigeobjekt. Hier sehen die potentiellen Anleger, was mit ihrem investierten Kapital passiert. Denn mit dem Geld, das mit Hilfe der Namensschuldverschreibung eingesammelt wird, realisieren wir zukünftige Geothermie-Projekte in einer ähnlichen Größenordnung. Mit unserem "Kraftwerke Portfolio 2011 Nr. 1" können bis zu vier Kraftwerke finanziert werden. Das Produkt wurde von Anfang an sehr gut auf dem Markt angenommen, die durchschnittlichen Investitionssummen übersteigen unsere Erwartungen.

Solche Namensschuldverschreibungen sind für den Anleger nicht ohne Risiko, zumal wenn er zu einem so frühen Zeitpunkt der Projektentwicklung einsteigt. Wie minimieren Sie das Risiko für Ihre Anleger?

Das Risiko für den Anleger ist geringer, als viele vielleicht denken. Der Bohrung geht eine umfangreiche Explorationsphase voraus. In dieser Phase wird i. d. R. durch eine 3D-Seismik die Fündigkeitswahrscheinlichkeit festgestellt. Projekte werden erst ab einer Fündigkeitswahrscheinlichkeit von über 85 % durchgeführt. Für die anschließende Bohrung wird eine spezielle Versicherung abgeschlossen, welche im Falle der Nichtfündigkeit sämtliche Kosten erstattet. Da die Anlegergelder erst nach der Exploration für die jeweiligen Projekte verwendet werden, wird das Risiko dadurch entsprechend minimiert. Restrisiken werden durch die sogenannte Fündigkeitsversicherung abgedeckt. Darüber hinaus arbeiten wir mit erfahrenen Mitarbeitern und Projektpartnern, die bereits eine langjährige fachliche Erfahrung auf dem Gebiet der Tiefengeothermie aufweisen können. Des Weiteren hat die Fröschl Geothermie selbst eine Million Euro Stammkapital in die Emittentin der Namensschuldverschreibung, die Fröschl GeoKraftWerke GmbH, einbezahlt, was den Anlegern zeigen soll, dass wir auf deren 1.000 oder 100.000 Euro genauso gut aufpassen, wie auf unsere Million.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Projekte aus, in die Sie investieren? Planen Sie in den nächsten Monaten weitere Investitionen in tiefengeothermische Projekte?

Die Auswahl der Projekte erfolgt nach verschiedenen Kriterien. In erster Linie sind selbstverständlich die natürlichen Gegebenheiten der jeweiligen Gebiete ausschlaggebend. Wir sind vorwiegend im oberbayerischen Molassebecken aktiv, da die dortigen Regionen sehr ertragreich sind. Außerdem können Bohrungen in diesem Bereich ohne seismische Risiken durchgeführt werden. Des Weiteren ist für die Realisierung von Geothermie-Projekten natürlich wichtig, dass eine ausreichende Infrastruktur vorhanden ist. In diesem Zusammenhang ist beispielsweise auch die Verfügbarkeit entsprechender Stromleitungen entscheidend. Darüber hinaus ist es für ein Projekt immer von Vorteil, wenn die örtliche Bevölkerung und Kommune hinter den Vorhaben stehen. Uns ist es bereits gelungen, weitere derartige Standorte zu lokalisieren. Wie bereits oben erwähnt, fließen die Gelder aus der Anleihe in zukünftige Projekte. Hiervon sind aktuell bereits vier konkret in Planung, bei zwei Projekten wurden soeben die seismischen Untersuchungen erfolgreich abgeschlossen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen noch insgesamt neun Kraftwerke errichtet werden. (JS)

Weitere Informationen und Details zur Namensschuldverschreibung "Kraftwerke Portfolio Nr. 1" unter www.geokraftwerke.de

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