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Schweiz: Geothermie soll bis 2050 ein Viertel der Wärme liefern

17. Dezember 2020

Die Schweiz hat in ihren „Energieperspektiven 50+“ Szenarien entwickelt, wie das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu sein, erreicht werden kann. Vom prognostizierten Wärmebedarf soll die Geothermie dann ein Viertel decken. Ein schweizweites Programm zur Erkundung des Untergrundes soll dabei helfen, das Potenzial auch zu erschließen.

2019 hat der Schweizer Bundesrat das Klimaziel für 2050 beschlossen: Auch die Alpenrepublik will bis dahin klimaneutral sein. Nun ist mit den „Energieperspektiven 2050+“ eine umfangreiche Studie erschienen, die Szenarien zur Umsetzung entwickelt hat.

Der Schweizer Geothermieverband hat die Szenarien daraufhin abgeklopft, welche Rolle die Geothermie darin spielen soll. In einer Pressemitteilung stellt er dar, dass der Wärmebedarf in der Gesamtschweiz für 2050 mit rund 70 Terrawattstunden angenommen wird. Davon kann die Geothermie bis 2050 mindestens 17 Terrawattstunden bereitstellen – umweltfreundlich, platzsparend, einheimisch, lokal und wirtschaftlich, wie neueste Untersuchungen bestätigen. Somit würde die Geothermie den Wärmebedarf der Schweiz 2050 zu mindestens 25 Prozent decken. Heute steuert sie vier Prozent zur Wärmeversorgung bei.

Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft

Nach Berechnungen des Zürcher Beratungsunternehmens TEP Energy, das auch bei der Erarbeitung der Energieperspektiven 2050+ beteiligt war, und des Verbands Geothermie-Schweiz liegt das wirtschaftlich nutzbare Potenzial für geothermische Wärme aus mittleren Tiefen bei acht Terrawattstunden. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, sind rund 250 geothermische Wärmeanlagen mit einer Tiefe von 1.000 bis 2.000 Metern nötig.

Im Bereich der oberflächennahen Geothermie gehört die Schweiz bereits heute zu den weltweiten Spitzenreitern. Ein Großteil der 2019 produzierten vier Terrawattstunden geothermischer Wärme geht auf das Konto von Erdwärmesonden. Diese Produktion kann in Zukunft auf mehr als das Doppelte – mindestens neun Terrawattstunden – gesteigert werden.

Insgesamt soll die Geothermie 2050 pro Jahr laut Szenario mindestens 17 Terrawattstunden Wärme liefern. Jährlich würde dies 4,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Geothermie-Schweiz erarbeitet nun einen konkreten Aktionsplan, um Städten, Gemeinden, Energieversorgern, Industrie und Landwirtschaft den Zugang zur Geothermie wesentlich zu erleichtern.

Erkundungsprogramm für den Untergrund

Auch wenn das geothermische Potenzial im Schweizer Untergrund unbestritten ist, wird es bislang in Tiefen ab 1.000 Metern kaum ausgeschöpft. Hauptsächlicher Grund: Im Gegensatz zum benachbarten Ausland ist der Untergrund in der Schweiz noch praktisch unbekannt. Um diese Hürde für potenzielle Projektträger zu senken, hat die FDP-Fraktion im Nationalrat vom Bundesrat ein Programm zur schweizweiten Erkundung des Untergrunds verlangt. Dieser hat kürzlich beschlossen, den Auftrag entgegenzunehmen.

Stimmt auch das Parlament zu, stünde der großflächigen Nutzung der Erdwärme in der Schweiz mehr entgegen, resümiert der Schweizer Geothermieverband in seiner Pressemitteilung. Bereits im Oktober 2020 hat Geothermie-Schweiz ein umfangreiches Positionspapier zum Wärmepotenzial der Geothermie herausgegeben. (kj)

Quelle: 

Geothermie-Schweiz

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