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Ried im Innkreis

Tiefbohranlage DS 10 Bentec-350-t-Euro Rig™; Quelle: www.geothermie-nachrichten.
Tiefbohranlage DS 10 Bentec-350-t-Euro Rig™; Quelle: www.geothermie-nachrichten.de
Status: 
in Betrieb
TH 1 in m (MD): 
2.730
TH 2 in m (MD): 
1.910
TH 3 in m (MD): 
2.000
Nutzungsart: 
Hydrothermal, Triplette
Temperatur in °C: 
92- 105
Förderrate in L/s: 
100
Mineralisation in mg/L: 
<1.192
Zielnutzhorizont: 
Malm

Die Stadt Ried und das benachbarte Dorf Mehrnbach im österreichischen Innkreis sind Nutznießer des größten Geothermie-Fernwärme Projektes des Landes.

Die Voruntersuchungen für das Projekt zwischen Ried und Mehrnbach im Innkreis begannen 2009. Es ging auch um die üblichen Formalitäten wie wasserrechtliche Genehmigung, Geschäftsmodelle, Firmenstrukturen, Gesellschafts- und Syndizierungsverträge sowie Förderungsanträge. Ab 2011 konnte dann mit der Niederbringung der Bohrungen begonnen werden, welche im gleichen Jahr abgeschlossen wurden. Zu diesem Zeitpunkt liefen bereits die ersten Verkäufe für die Fernwärmenutzung. 2012 errichtete man die Heizzentrale sowie die Fernwärmehauptleitung nach Ried und einen Teil des Versorgungsnetzes. Im November 2012 begann die Wärmelieferung.

In der ersten Hälfte des Jahres 2013 wurden deutliche Druckverluste im Thermalbad im niederbayerischen Bad Füssing festgestellt, die in Zusammenhang mit der Geothermieanlage Ried-Mehrnbach standen. Aus diesem Grund musste die Konfiguration in der Anlage so verändert werden, dass die bisherige Injektionsbohrung zur Förderbohrung umgewandelt wird. Da hierdurch die bisherige Wassertemperatur sank, wurde eine dritte Bohrung geplant, um Haushalte und Gewerbe in Ried-Mehrnbach weiterhin mit geothermaler Fernwärme versorgen zu können.

Die Mitte Mai 2017 begonnenen Bohrarbeiten endeten jedoch zunächst mit einer Havarie in 550 Metern Tiefe. Beim Ausbau des Bohrlochs drang Zement zwischen zwei Rohrabschnitten in das Bohrloch und verfüllte dieses teilweise. Die Bohrfirma musste daraufhin Insolvenz anmelden; die Bohrung musste aufgegeben werden. Der Schaden von geschätzten 1,3 Millionen Euro ging zu Lasten des Betreibers.

In sechs Metern Entfernung wurde eine neue dritte Bohrung durch eine neue Bohrfirma abgeteuft und erreichte im Februar 2019 schließlich erfolgreich die Endteufe in über 2.000 Metern Tiefe. Erste Pumpversuche ergaben eine Temperatur von 100 Grad Celsius bei einer Fördermenge von 90 bis 100 Litern pro Sekunde.

 

 

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