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Bayern will Kohleausstieg beschleunigen

4. Juli 2019

Staatsminister Hubert Aiwanger fordert einen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030. Dennoch müssen die Stadtwerke München (SWM) das Heizkraftwerk Nord vorerst weiter mit Kohle betreiben.

Nach Aussagen des Bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger soll Bayern schneller aus der Kohlekraft aussteigen als im auf Bundesebene erzielten Kompromiss der Kohlekommission vorgesehen. „Ich gehe davon aus, dass der Kohleausstieg schon 2030 kommen wird, nicht erst 2038. Wir müssen daher im Süden die Gaskraft und die erneuerbaren Energien schneller aufbauen", sagte Aiwanger im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Neben neuen Anreizen für Gaskraftwerke und einer Verlängerung der Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung bis 2030 will Bayern explizit Fotovoltaik, Biogas und Geothermie ausbauen, sagte Aiwanger laut Angaben des Internetportals energate-messenger.ch. So sei eine Ausweitung der Solarfreiflächen um mindestens 600 Megawatt geplant.

Heizkraftwerk München Nord soll bis mindestens 2026 laufen
Auch die Stadtwerke München versuchen, aus der Kohlekraft auszusteigen. Für das mit Steinkohle betriebene HKW Nord hatten die SWM beim Übertragungsnetzbetreiber Tennet eine Stilllegung zum 31.12.2022 beantragt. Wegen Systemrelevanz wird dieser den Antrag aber voraussichtlich ablehnen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete und die SWM in einer Pressemeldung mitteilten.

Der Stilllegungsantrag wurde aufgrund eines Bürgerentscheids von 2017 gestellt. Doch schon seit 2008 sind die SWM auf Dekarbonisierungskurs. Mit ihrer Ausbauoffensive Erneuerbare Energien und der „Fernwärmevision 2040“ wollen sie die Wärmeversorgung der Millionenstadt bis 2040 komplett aus erneuerbaren Energien sicherstellen. Einen großen Beitrag dazu soll die tiefe Geothermie leisten.

Geothermie als Schlüsseltechnologie für die Wärmewende
Aktuell betreiben die SWM fünf Geothermieanlagen in München und der Region (Kirchstockach, Dürrnhaar, Sauerlach, Freiham, Riem). Am Standort des Heizkraftwerks Süd in München-Sendling werden derzeit erfolgreich Tiefenbohrungen abgeteuft, die München bereits ab 2020 mit Fernwärme und -kälte versorgen soll. Zudem werden Kooperationen mit Gemeinden südlich von München angestrebt. Ebenso sind die SWM dabei, das Münchner Fernwärmenetz für die Nutzung der Geothermie anzupassen und zu erweitern.

Um bis dahin die CO2-Emissionen zu mindern, haben die SWM einen „Kohleminderungspfad“ entwickelt. Dieser sieht vor, den Kohleblock im Heizkraftwerk Nord mit gedrosselter Leistung zu betreiben und ihn im Sommer, wenn die Wärme ohnehin nicht benötigt wird, ganz abzuschalten. 1,5 Millionen Tonnen CO2 sollen dadurch bis zur endgültigen Abschaltung eingespart werden. (kj)

Quelle: 

Pressemitteilung SWM, Süddeutsche Zeitung, energate-messenger.ch

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